Beschwerdefreie Augen trotz Heuschnupfens

Stellungnahme der AGTCM zu "Die Macht der Heiler" und "Wohin das Qi fließt" des Magazins "Der Spiegel"

Hier lesen Sie die offizielle Stellungnahme des Vorstand der AGTCM zu dieser unsachlichen Veröffentlichung des Magazins "Der Spiegel". Die Stellungnahme finden Sie hier

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Abgabe von Chinesischen Kräutergranulaten in Teilen Deutschlands eingeschränkt

Seit kurzem gibt es bedauerliche, starke Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Chinesischen Kräutergranulaten in Deutschland. Lesen Sie hier die Details warum das Granulatverbot selbst zu mehr Unsicherheit in der Granulatverschreibung statt zu mehr Patientensicherheit führen kann.

Seit kurzem gibt es bedauerliche, starke Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Chinesischen Kräutergranulaten in Deutschland. Vor allem Apotheken in Bayern sind betroffen, dortige Pharmazieräte haben die Anforderungen an Apotheken TCM Granulate betreffend unerfüllbar hoch ausgelegt und den dortigen Apotheken die Abgabe von Granulaten untersagt.

Die AGTCM tritt für die Patientensicherheit ein und unterstützt alle Bestrebungen, den Einsatz von chinesischen Arzneidrogen, sei es in Granulat- oder Rohform, möglichst sicher zu machen. Leider erscheint uns diese Initiative der Pharmazieräte über das Ziel hinausgeschossen zu sein.

Bei unserem Gespräch mit der TCM-Apo AG, der Arbeitsgemeinschaft deutscher TCM-Apotheken, erklärte uns Herr Kwik, 1. Vorsitzender der TCM-Apo AG, dass diese Anforderungen mit den heutigen technischen Möglichkeiten wirtschaftlich nicht zu erfüllen sind, es aber gleichzeitig keinen sicherheitstechnischen Aspekt gibt, der diese Maßnahme erforderlich mache.
„Leider führt die Stellungnahme des LGL zu einer Verbotswelle, die so nicht nachvollziehbar ist. Und das, obwohl es sich dabei mehrheitlich um eine Sammlung von allgemeinen Annahmen und teilweise auch einfach von Vorurteilen gegenüber der TCM handelt, die wir widerlegen können. Auf keinen Fall sollte das eine Basis sein für ein Verbot.“
Den vollen Wortlaut der Stellungnahme der TCM-Apo AG können Sie als PDF herunterladen (siehe weiterführende Links).

Die Einnahme von Granulaten hat sich für bestimmte Zielgruppen, wie z.B. Krebspatienten, hinsichtlich der Compliance als sehr sinnvoll erwiesen. Eine Einschränkung der Verschreibbarkeit, stellt einen unnötigen massiven Eingriff in das Spektrum von Therapiemöglichkeiten dar.

Hintergrund ist, dass die Pharmazieräte sicherstellen wollen, dass auch wirklich drin ist, was auf der Verpackung der Granulate drauf steht. Dies ist nachvollziehbar und wünschenswert. Dies konnte aber in der Vergangenheit bereits durch vom Hersteller ausgestellte Prüfzertifikate sichergestellt werden. Zusätzlich müssen europäische Importeure die Unbedenklichkeit hinsichtlich Verunreinigungen (Schwermetalle, Pestizide, mikrobiologische Belastung, etc.) durch unabhängige Institute bestätigen lassen.

Einige Pharmazieräte bestehen nun aber darauf, dass die Apotheken vor Ort noch einmal eine gesonderte Identitätsfeststellung durchführen, was bei Granulaten aber, im Gegensatz zu Rohdrogen, für die einzelnen Apotheken mit keinem wirtschaftlichen Aufwand umzusetzen ist. Das Centrum für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneitherapie (CTCA), ein Zusammenschluss der wichtigsten deutschsprachigen TCM Fachgesellschaften, mit Experten aus den Reihen von Ärzten, Heilpraktikern und Apothekern, führt in seiner Stellungnahme zur Einschränkung der Granulatabgabe an „Im CTCA haben wir keine Meldungen oder Kenntnis von Vorfällen erhalten, wo durch falsche Identitätsbestimmungen chinesischer Arzneidrogen in der Apotheke Personen geschädigt worden wären.“. Weiter schreibt das CTCA, dass einige der weiteren, von den Pharmazieräten geforderten Vorgaben, nicht zielführend in Richtung Arzneimittelsicherheit sind. Den vollen Wortlaut der Stellungnahme des CTCA können Sie als PDF herunterladen (siehe weiterführende Links).

Wir haben vollstes Vertrauen, dass die deutschen TCM Fach-Apotheken alles in ihrer Macht stehende tun, um die Patientensicherheit in der Behandlung mit chinesischen Arzneidrogen sicherzustellen. Die vor der Offensive der Pharmazieräte bestehenden Sicherheitsvorkehrungen der Apotheken und Importeure waren nach Expertenmeinungen bereits ausreichend und entsprachen den weltweit höchsten Standards. Durch einige sinnvolle Ergänzungen ließen sich diese sicherlich noch verbessern.

Wir fordern im Namen der AGTCM angeschlossenen Therapeuten (Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten anderer TCM Fachbereiche) eine sinnvolle Abwägung zwischen Durchführbarkeit und eher unberechtigten Sicherheitsbedenken und Maßnahmen, die für die Therapiesicherheit nicht nötig sind.

Abschließend möchten wir auch vor allem darauf hinweisen, dass die chinesische Arzneitherapie eine seit Jahrtausenden bewährte und sichere Therapiemethode ist. Zur Wirkung und Sicherheit gibt es mehrere tausend wissenschaftliche Untersuchungen, die Weiterentwicklung der klinischen Anwendung wird auf Universitätsniveau betrieben.

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand der AGTCM e.V.
(Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und
Traditionelle Chinesische Medizin e.V.)
Rüschenkamp 12
59558 Lippstadt
Deutschland

Hintergrundinformationen und weiterführende Links:

Information und Stellungnahme des Centrums für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneitherapie (CTCA) zu Liefereinschränkungen bei chinesischen Granulaten in Deutschland
Hier können Sie mehr lesen (Download als PDF)

Stellungnahme der TCM-Apo Ag | Arbeitsgemeinschaft deutscher TCM-Apotheken
Hier können Sie mehr lesen (Download als PDF)

Resolution 2016 der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD)
§ 6 und § 11 ApBetrO Anforderungen an die Prüfung von TCM-Granulaten
http://www.pharmazierat.de/logicio/pmws/...