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Qigong

Qi Gong bedeutet übersetzt „Arbeit mit dem Qi“. Übt man Qigong, so erzeugt man mit langsamen Bewegungen eine bewusste Verbindung von Bewegung, Atem und Vorstellung.

Qigong

Der Natürlichkeit von Atem und Bewegung folgend, begleiten Vorstellungsbilder die Übungen, die der Natur entlehnt sind. Dabei „Fliegen wir wie ein Kranich“ oder „Stehen wie ein Baum“ oder „Streichen die Wasseroberfläche des Sees glatt“. Die Übungen berühren so tiefe, ursprüngliche Kräfte im Menschen. Kennt der Körper die Bewegungen nach und nach immer besser, leiten die Bilder die Bewegungen an und mit der Zeit entsteht eine Verknüpfung von Vorstellung und Bewegung, Bewegung und Vorstellung. Es kommt zu einer eingeübten und wiederholbaren Erfahrung von Ruhe und Gelassenheit.
Qigong gründet auf den gleichen Grundlagen wie die Akupunktur, die Arzneimitteltherapie, die Diätetik und die chinesische Massage Tuina. Doch im Unterschied zu diesen Methoden, die immer an einen Therapeuten oder eine Therapeutin gebunden sind, ist das Qigong die dem Patienten oder der Patientin selbst vorbehaltene Übung.

Alle Bewegungen werden in einem natürlichen Fluss der Energie ausgeführt. Sie entwickeln darin eine unaufdringliche Kraft, die mit den Wurzeln der vitalen Kräfte dauerhaft verbunden bleiben. Der Übende entspannt sich und der Atem wird langsam und gleichmäßig. Die täglichen Spannungen verlassen den Körper und es entsteht eine innere Harmonie, die auch dem kranken Menschen hilft zu heilen. Der Körper wird gestärkt, die Gefühle gleichen sich aus und der Geist klärt sich.

Die Regeln, die dem Qigong zu Grunde liegen, vermitteln sich mit den Übungen und werden nach und nach auch im täglichen Leben sichtbar und nachvollziehbar. Sie sind gleichzeitig ein Werkzeug, das eigene Leben neu zu ordnen und zu rhythmisieren. Eine verbesserte Selbstwahrnehmung kann entstehen und eine erweiterte Wahrnehmung und Einschätzung der Außenwelt fördern die Gelassenheit des Übenden.

Qigong findet heute nicht nur in der Rekonvaleszenz von Erkrankungen einen wichtigen Platz, sondern ist auch bedeutsam in der Prävention.

Indem das Qigong den Körper auf sanfte Weise in seinen Bewegungen wieder durchlässig macht und das Runde übt, löst es Spannungen und Stauungen auf und stellt den Menschen wieder in eine Verbindung mit den natürlichen Rhythmen der Natur. Qigong will keine erdachten, durch Leistung angeführten Bewegungen, sondern sucht in der Bewegung den Rhythmus, die Stimme und die Musik der Jahreszeiten, wie die kreisende Bewegung der Planeten, in denen wir die Zeit und die Entwicklung des Menschen als analogen Prozess lesen können. Die Bewegungen werden so natürlich und voller Entspannung ausgeführt und ergeben sich gleichsam aus sich selbst. In einem derart groß angelegten Rahmen kann der Mensch zur inneren Ruhe und Harmonie finden und lernen, auf alle Veränderungen des Lebens aus der inneren Mitte zu agieren.

Die Arbeit mit dem Qi gilt dem fließenden Ausgleich der Kräfte, die immer der Kreisform folgt. Gleichzeitig folgt der Atem der Form einer Welle. Im gleichmäßigen Wechsel tritt er in den Körper ein und verlässt ihn wieder. Ausgeglichen geatmet, entspannt sich der Mensch nachhaltig und tief. So fördert Qigong die Beweglichkeit der Gelenke und kann gleichzeitig die fünf Sinne bis ins hohe Alter gesund halten. Im Innern verbindet es über den Atem den Menschen wieder mit seinen seelischen Kräften. Atem, Bewegung und Vorstellungen sind die drei Pfeiler einer gelungenen Qigong-Praxis.

Sicherlich wusste man in China schon immer, wie wirksam und nachhaltig Qigong-Übungen für die Gesundheit sind, denn Mönche und Einsiedler benutzten diese Methoden nachweisbar seit mehr als 2500 Jahre zu ihrer geistigen Schulung. Die körperliche Gesundheit, die sich mit der täglichen Praxis solcher Übungen einstellt, war ein wesentlicher Pfeiler für ihre Kultivierungsarbeit und ursprünglich wurden solche Übungen nur in geheimer Übertragung von einem Lehrer an einen Schüler weitergegeben.

Bestimmt durch die Heilkraft und der Tatsache, dass der Einfluss der westlichen Welt im 20. Jahrhundert auf das alte China immer größer wurde, kam es 1914 zu einer ersten chinesischen Niederschrift, die den therapeutischen Gebrauch der tradierten Übungen in einem modernen Sinne empfahl. Anfang der 50er Jahren wurde diese Idee dann von der Regierung aufgegriffen und die traditionellen Übungen, die das Qigong und das Taijiquan umfassen, zum Wohle der allgemeinen Gesundheit gefördert. Es fand nicht nur in chinesischen Kliniken und Krankenhäusern eine schnelle Verbreitung, sondern auch in unzählbaren Selbsthilfegruppen in der breiten Bevölkerung, wie auch weltweit.

Über die vielen Jahrhunderte, in denen diese Übungen in daoistischen und konfuzianischen Klöstern praktiziert und verfeinert wurden, waren sie auch in den Kampfkünsten verbreitet und seit jeher waren diese Formen der Selbstkultivierung in China verbunden mit der Heilkunde. Klöster waren traditionell Heil- und Rückzugsplätze für Kranke und Suchende und nicht selten waren weise und zurückgezogen lebende Menschen ganz besonders geachtete Heiler und Kräuterkundige. In den Kampfkünsten spielte der Umgang mit Wunden und Verletzungen eine überaus wichtige Rolle und Erkenntnisse und Erfahrungen darüber wurden an die kommende Generation sorgsam weitergegeben. So sammelte sich über Jahrtausende ein umfangreiches Wissen in den verschiedenen Verfahren der Heilkunde an.