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Brennen oder Ausbrennen? Burnout und Chinesische Medizin

Burnout – definierte Krankheit oder ein Gefühl?
Seit einigen Jahren wird dies zunehmend als Krankheit begriffen, sowohl international (WHO) als auch in Deutschland existieren entsprechende Klassifikationen (ICD). Danach ist Burnout ein Faktor, der vor allem Menschen in der Arbeitswelt das Leben schwer macht. Den Anforderungen des Alltags können die Betroffenen nicht mehr gerecht werden. Erschöpft und ausgebrannt schwinden positive Grundhaltung und Weltsicht, und damit die Freude an Beruf, Familie und letztlich am Leben.

Denn gefordert wird in unserer heutigen Gesellschaft das Aktivsein, das Handeln, etwas bewegen zu können und vorwärtszukommen. Diesen Anforderungen wird der ausgebrannte Mensch nicht mehr gerecht. Ziele und Visionen geben jedem Menschen den Antrieb, um durchs Leben zu kommen. Ziele und Zwischenziele werden angestrebt, vielleicht sogar geplant. Meist rennt der moderne Mensch jedoch und schaut ausschließlich nach vorne. „Burn on“ nennt man dies – bildlich gesprochen läuft er/sie durchs Leben, ohne nach rechts und links zu schauen. Und erst recht zu kurz kommt das Innehalten oder gar das Zurückschauen. Erfolge werden kaum wahrgenommen – denn das nächste Ziel lockt… Dabei ist es das Wichtigste, sich des Erreichten stets bewusst zu sein und für sich selbst die „Lorbeeren“ zu ernten. So wird die „Ernte des Lebens eingeheimst“ und die Basis gelegt für neue Visionen und Anstrengungen.

In der alten Chinesischen Medizin wird diese Fähigkeit, Visionen und Lebensziele zu haben, als „Ming Men“ – Pforte des Schicksals (auch ein Akupunkturpunkt in der Lendengegend) bezeichnet. Es ist das Potenzial, das der Mensch in sich trägt und das er pflegen und entfalten sollte. Es sorgt für die Lebenswärme, indem es kontinuierlich z. B. auch die Körpertemperatur aufrechterhält (Nieren-Yang) und mit dem Herzen zusammen unsere „Herzenswärme“ entfaltet.

Um ein Ausbrennen, den Burnout zu vermeiden, sollte der Mensch mit Produktion und Verbrauch von Energien achtsam umgehen. Das tagtägliche Handeln sollte mittel- und langfristigen Nutzen bringen. In der TCM-Lehre werden die Essenzen für das Leben, unsere Grundenergien, aus dem Stoffwechsel und der Verdauung gewonnen. Je besser wir Energien – materiell, aber auch geistig und seelisch! – aus unserer Umwelt aufnehmen und verdauen, desto mehr „Power“ haben wir. Gespeichert hingegen wird in Form der Nierenenergie, die wiederum das Basis-Reservoir für unsere Existenz bildet: Fortpflanzung und Sexualität, grundlegende körperliche und geistige Funktionen und die Vitalität. Unsere Kapazitäten für unsere Weiterentwicklung und seelisch-geistiges Wachstum entspringen wiederum dieser Basis des Lebens.

Lebensenergie (Qi) und Essenzen (Jing) werden im Laufe eines Burnout-Geschehens übermäßig verbraucht. Dieser Verbrauch muss irgendwann gezügelt und die Reserven wieder aufgefüllt werden. Unverzichtbar ist hierbei die angepasste, gut verdauliche Ernährung und die Pflege des Meditativen im weitesten Sinne – das bedeutet, auch scheinbar Nutzloses zu tun: unsere Aufmerksamkeit nach innen statt nach außen zu richten und den gelegentlichen Segen der Langeweile entdecken.

Aus Sicht der alten chinesischen Medizin ist die „Pflege der Mitte“ ein zentraler Mechanismus, um Reserven zu schonen und wieder aufzufüllen. Das Verdauungssystem, das tägliche Essen und der Bauch insgesamt verdienen Pflege und Achtsamkeit – ist doch der Bauch auch eine zentrale hormonelle, immunologische und neurologische Instanz, die in ihren Dimensionen auch als „Mikrobiom“ und „Bauchhirn“ nur teilweise wissenschaftlich erforscht ist.

Und für Ihre Mitte können Sie auch selber etwas tun:

  • Für das „Innenleben“ leicht verdauliches Essen, also keine Nahrungsmittel, die schwer im Bauch liegen wie Rohkost oder Fett.
  • Bauchmassage: Im Uhrzeigersinn den Bauch massieren. Aber auch alle anderen Varianten des »Bauchpinselns« wie zum Beispiel Streicheleinheiten für den Bauch stärken den Dickdarm nachhaltig.
  • Bauchtanz wäre auch eine Möglichkeit, oder Hula-Hoop-Reifen kreisen lassen!
  • Oder auch die Moxibustion des Bauchnabels: Bei Verdauungsproblemen ebenso wie bei Erschöpfungszuständen kann der Bauchnabel „gemoxt“ werden. Hierbei wird das glimmende Moxakraut in einem nach unten offenen Gefäß verbrannt – natürlich mit Vorsicht und einem gehörigen Abstand zur Haut! Aber auch mit einer „Moxazigarre“ kann so hier behandelt werden. Über den Nabel können so auf eine überaus angenehme Weise Milz und Niere, die wichtigsten Energiequellen in der chinesischen Medizin, angeregt werden.
  • Akupunkturpunkte: Magen 36: In Japan heißt es, man solle mit niemandem auf Wanderschaft gehen, der nicht vorher an diesem Punkt behandelt wurde! Der Punkt liegt eine Handbreit unter der Kniescheibe, seitlich des Schienbeins. Seine Behandlung kräftigt den Magen und den gesamten Körper! Behandeln Sie den Punkt am besten zwischen 7 und 9 Uhr (der „Magenzeit“ nach der chinesischen Organuhr) 3 bis 5 Minuten mit der Moxazigarre oder mit dem Moxa-Öl-Pflaster.

Ihr:e TCM-Therapeut:in kennt viele andere Möglichkeiten, mit denen die Reserven geschont und wieder aufgefüllt werden. Es gibt spezielle chinesische Heilkräuter und auch ausgefeilte, an Sie angepasste Mischungen von chinesischen Arzneimitteln. Oder komplexe Akupunktur-Anwendungen. Von Atem- und Bewegungsübungen wie Qigong oder Taiji abgesehen…

Bildnachweise:
Depositphotos/AGTCM

Andreas A. Noll

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