Berlin, 24.01.2023 - Anfang Dezember berichtete die Internetplattform DocCheck über zwei amerikanische Studien, nach denen Kortisonspritzen ins Kniegelenk langfristig die Degeneration des Knorpels bei einer Arthrose eher verschlimmern, als sie aufzuhalten. In der S2k-Leitlinie zur Behandlung von Kniegelenkarthrose, die Ende November 2022 abgelaufen ist und derzeit überarbeitet wird, ist diese Behandlung jedoch vorgesehen. Die AGTCM, Fachverband für Chinesische Medizin, nimmt die Studienergebnisse zum Anlass, auf integrative Behandlungsansätze mit Chinesischer Medizin hinzuweisen.
Dr. Karl Zippelius, Sportmediziner mit Spezialisierung in Traditioneller Chinesischer Orthopädie, behandelt seit vielen Jahren Leistungssportler. Er arbeitet schon sehr lange mit dem Österreichischen Institut für Sportmedizin (ÖISM) und mit dem Erstliga-Fußballverein SK Rapid zur Integration der TCM in den Sport. Die AGTCM hat den Experten um eine Einschätzung des Sachverhalts gebeten.
Chinesische Medizin ist eine echte Alternative
Zippelius erläutert darin seine Erfahrungen mit Kortison-Spritzen, die in akuten Phasen hochgradiger Entzündungen für kurze Zeit indiziert sein könnten. Er präferiert aber zur Bekämpfung entzündlich schmerzhafter Gelenksbeschwerden bei Arthrosen die individuelle Herangehensweise der Chinesischen Medizin, die eine echte Alternative biete. So empfiehlt er Akupunktur und Einreibungen mit kühlenden Kräuterextrakt-Salben für die akute Entzündung des Gelenks auf Basis der Arthrose, die sich mit Erwärmung, Schwellung und Schmerz bemerkbar macht. Aus Sicht der TCM sei aber auch eine systemische Regulierung wichtig, z. B., wenn der Patient aufgrund seines Lebensstils zu Hitze neige – was sich z. B. in einer Neigung zur Gastritis oder / und Sodbrennen äußert. Hier empfiehlt er eine Ernährungsberatung nach der Chinesischen Medizin. Auch die Massagetechnik der TCM, Tuina, könne helfen, z. B., wenn starke Muskelverspannungen zu einer Fehlbelastung des Gelenks führten.
Akupunktur bei Kniegelenkarthrose ist bereits als Kassenleistung anerkannt
Erfreulicherweise werde Akupunktur bei Kniegelenk-Arthrose in der o. g. S2-Leitlinie bereits mit einer Kann-Empfehlung versehen. Seit der von den deutschen Krankenkassen finanzierten GERAC-Studie, die zeigte, dass Akupunktur bei Kniegelenkarthrose Schmerzen erfolgreich lindert, ist Akupunktur als Kassenleistung anerkannt. Weitere Studien wären – so Zippelius – sinnvoll, z. B., um zu klären, wie andere TCM-Therapieformen, wie Kräutereinreibungen und Tuina-Handtechniken über die reine Schmerzreduzierung hinaus einen Beitrag leisten können zur (partiellen) Regenerationen des Gelenkknorpels bei arthrotischer Gelenkveränderung. Das Potential der TCM zur Behandlung von Arthrosen sei bislang bei weitem noch nicht ausgeschöpft und die Beschäftigung damit, auch auf wissenschaftlicher Ebene, sei wünschenswert.
Die ausführliche Stellungnahme von Dr. Karl Zippelius ist auf der AGTCM-Website dokumentiert.

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