08.07.2025
Eine aktuelle Meta-Analyse[1] aus China liefert überzeugende Evidenz für das, was sich in der Praxis seit Langem zeigt: Die Kombination aus Akupunktur und der Rezeptur Yuping Feng San verbessert nicht nur die klinische Wirksamkeit bei Heuschnupfen signifikant, sondern senkt auch die Rückfallquote.
Juckende Augen, Niesen, laufende oder verstopfte Nase – an diesen Symptomen leiden im Frühjahr immer mehr Menschen.[2] Die saisonale Überreaktion des Immunsystems kann zusätzlich Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen mit sich bringen. Die westliche Medizin dämpft die Symptome mit Antihistaminen oder Kortison, wobei von einer längerfristigen Einnahme wegen der Nebenwirkungen abzuraten ist.
In der Chinesischen Medizin werden nicht nur die Symptome des Heuschnupfens, sondern auch seine Wurzel behandelt. Anders gesagt: Sie nimmt nicht nur die äußeren Pathogene (Wind, Kälte, Hitze, Feuchtigkeit) in den Blick, sondern auch innere Ungleichgewichte. So balancieren TCM-Therapeut:innen auf jeweils individuelle Weise das Qi, Blut, Yin oder Yang. Weitere Ansatzpunkte sind: das Stärken der Milz, ein Wärmen der Niere, das Eliminieren von Wind, das Befreien der Nase, und ein Festigen der Oberfläche.
Die Wirksamkeit von Akupunktur bei allergischer Rhinitis ist durch zahlreiche klinische Studien inzwischen gut belegt.[3][4]Eine kürzlich erschienene chinesische Studie hat nun in einer Meta-Analyse die Wirksamkeit von Yuping Feng San (Jade-Wind-Pulver) in Kombination mit Akupunktur bei der Behandlung von allergischer Rhinitis untersucht.
Rp Yuping Feng San
Die Rezeptur stärkt das Qi der Lunge und der Milz, festig die Oberfläche gegen den Angriff äußerer Pathogene und eliminiert Wind (Niesen, juckende Augen). Sie wird auch vorbeugend in der Erkältungszeit genommen.
Die Autor:innen um Zhihong Li vom Shandong College of Traditional Chinese Medicine durchsuchten chinesische und englische Datenbanken nach randomisierten kontrollierten Studien (RCT) zur Behandlung von allergischer Rhinitis mit Yuping Feng-San und Akupunktur, die bis Mai 2025 erschienen sind. Insgesamt wurden neun Studien mit 686 Teilnehmer:innen (350 in der Kontrollgruppe und 336 in der Studiengruppe) in die Meta-Analyse einbezogen. Die Kontrollgruppen erhielten entweder nur Medikamente (z.B. Antihistamine, Nasenspray mit Kortikosteroíden, Leukotriene-Antagonisten) oder Medikamente plus Akupunktur.
Die Meta-Analyse ergab, dass die Kombination von Yuping Feng-San mit Akupunktur im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden eine höhere Wirksamkeit bei allergischer Rhinitis zeigte [RR = 2,52, 95 % CI (1,80, 3,54), P < 0,001]. Die Anzahl der Patient:innen, die zum follow up kamen (Nachbeobachtungsrate), war ebenfalls höher als in der Kontrollgruppe [RR = 2,03, 95 % CI (1,32, 3,13), P = 0,01], und die Rückfallrate war niedriger [RR = 0,28, 95 % CI (0,09, 0,87), P = 0,028]. Diese Unterschiede waren statistisch signifikant.[5]
Fazit:
Die Kombination aus Yuping Feng-Pulver und Akupunktur zeigt eine gute klinische Wirksamkeit und nachhaltige Effekte bei der Behandlung von allergischer Rhinitis.
Referenz:
[1] Li Z, Gao H, Shen F, Lu Y. Analysis of the efficacy of Yupingfeng powder combined with acupuncture on allergic rhinitis: systematic review and meta analysis. Allergol Immunopathol (Madr). 2025 Nov 1;53(6):175-184. doi: 10.15586/aei.v53i6.1436. PMID: 41229058.
[2] https://www.versorgungsatlas.de/presse/detail/titel/verbreitung-von-heuschnupfen-27-07-2021
[3] Akupunktur bei allergischer Rhinitis: eine systematische Übersichtsarbeit (2020)
https://www.agtcm.de/fachverband/wissenschaft-forschung/akupunktur-bei-allergischer-rhinitis-eine-systematische-uebersichtsarbeit.htm
[4] Meta-Analysen: Chinesische Medizin bei allergischer Rhinitis (2020)
https://www.agtcm.de/fachverband/wissenschaft-forschung/meta-analysen-chinesische-medizin-bei-allergischer-rhinitis.htm
[5] Der RR-Wert ist der Quotient aus effektiven Besserungsrate in der Interventionsgruppe und derjenigen der Kontrollgruppe. So bedeutet ein RR-Wert von 2, dass die effektive Besserungsrate in der Interventionsgruppe doppelt so hoch war wie in der Kontrollgruppe.
Bildnachweis:
Depositphotos/AGTCM
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