Mit dem AGTCM-Forschungspreis würdigt die Arbeitsgemeinschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (AGTCM) herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die einen konkreten Beitrag zur therapeutischen Praxis der Chinesischen Medizin leisten. Der Preis wurde 2025 von der langjährigen ehemaligen AGTCM-Vorsitzenden Dr. Martina Bögel-Witt gemeinsam mit ihrem Ehemann Dr. Peter Breckling gestiftet und wird seit 2026 alle zwei Jahre im Rahmen des TCM Kongresses Rothenburg verliehen. Ziel des Forschungspreises ist es, wissenschaftliches Engagement sichtbar zu machen, Forschende zu fördern und den Austausch zwischen Forschung und Praxis zu stärken.
Ausgezeichnet werden klinische Studien und qualitätsgesicherte Fallberichte, die neue Erkenntnisse für die Behandlung mit Traditioneller Chinesischer Medizin liefern und deren Nutzen für die tägliche Praxis nachvollziehbar darstellen. Neben der wissenschaftlichen Qualität spielt insbesondere der Transfer in die Versorgung eine zentrale Rolle – sei es durch innovative Therapiekonzepte, die Vermittlung neuer Erkenntnisse oder die Förderung einer evidenzbasierten Weiterentwicklung der TCM.
Mit dem Forschungspreis unterstreicht die AGTCM ihr Engagement für eine moderne, wissenschaftlich fundierte und zugleich traditionsbewusste Chinesische Medizin. Der Preis soll Forschende ermutigen, ihre Arbeit einer breiteren Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen und die Bedeutung der TCM in Forschung, Lehre und Gesundheitsversorgung weiter zu stärken. Seit 2027 wird das Preisgeld durch großzügige Spenden engagierter AGTCM-Mitglieder weitergeführt und sichert so den Fortbestand dieser wichtigen Auszeichnung.
Die Arbeitsgemeinschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (AGTCM) schreibt erneut den AGTCM-Forschungspreis aus. Die feierliche Verleihung erfolgt im Rahmen des TCM Kongresses Rothenburg im Mai 2027.
Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird für herausragende Forschung auf dem Gebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) vergeben. Ziel ist es, wissenschaftliche Arbeiten zu fördern, die einen besonderen Beitrag zur therapeutischen Praxis der TCM leisten.
Bewerbungsfrist: 30. Dezember 2026
Preisverleihung: Mai 2027, TCM Kongress Rothenburg
Erster AGTCM-Forschungspreis wird beim TCM Kongress Rothenburg 2026 an Forscherin der Charité verliehen.
Mehr erfahrenDer AGTCM-Forschungspreis wurde erstmals 2025 von Dr. Martina Bögel-Witt, der langjährigen ersten Vorsitzenden der AGTCM, und ihrem Ehemann Dr. Peter Breckling gestiftet.
Für Martina Bögel-Witt war die Qualität der therapeutischen Arbeit besonders wichtig. Wenn sie das Befinden eines Patienten, der in der Schulmedizin als „austherapiert“ galt, verbessern konnte, teilte sie diese Freude mit ihrem Ehemann.
Als promovierte Biologin mit langjähriger Tätigkeit in der medizinischen Forschung waren ihr die Grenzen der westlichen Medizin bewusst. Aufmerksam verfolgte sie die Forschung zur Chinesischen Medizin und setzte sich für deren Kommunikation in Fachkreisen ein. Um TCM-Forschung in Deutschland zu fördern und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, stiftete das Ehepaar den AGTCM-Forschungspreis. Der Fokus liegt auf dem Wert der Forschung für die therapeutische Praxis.
Der AGTCM-Forschungspreis sollte ursprünglich alle zwei Jahre verliehen werden. Nun hat AGTCM-Mitglied Werner Freystätter, TCM-Therapeut in Frankfurt am Main, einmalig das Preisgeld für die Verleihung im Jahr 2027 gespendet.
Wir freuen uns über Spender:innen, die dem Beispiel von Werner Freystätter folgen!
Es war eine plötzliche Eingebung, als AGTCM-Mitglied Werner Freystätter auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Rothenburg beschloss, der AGTCM 1.000 Euro zu spenden. Damit wir den AGTCM-Forschungspreis auch im nächsten Jahr wieder vergeben können, statt erst wieder 2028.
„Ich habe mich gefragt: Wie kann ich nützlich sein?“, sagt Werner rückwirkend. Aus seiner Erfahrung mit dem TCM-Masterprogramm des Northern College of Acupuncture weiß er: Wissenschaftliche Studien sind harte Arbeit. In dem Studiengang hat er die Grundlagen der klinischen Forschung gelernt. Aufgrund der Fülle des Stoffes hat er nicht zuende studiert. „Ich wollte mich lieber mit ganzer Energie meiner Praxis in Frankfurt widmen. Außerdem hatte ich schon zwei Master-Abschlüsse. Ich brauchte keine weitere Trophäe.“
Seinen Wert als Therapeut sieht Werner vor allem darin, wie er im klinischen Alltag arbeitet. Sein Zugang ist intuitiv und pragmatisch. Aber er weiß um die Wichtigkeit klinischer Studien für die evidenzbasierte Medizin. „Wir müssen die TCM in Studien durch einen Filter anschauen, der eigentlich nicht zu ihr passt. Es ist aber notwendig, damit die Chinesische Medizin anerkannt wird“, weiß Werner. Wenn er schon selbst nicht daran mitwirkt, möchte er durch die Stiftung des Preisgeldes seine Verbundenheit mit den Forschenden ausdrücken.
Das Studium von Natur- und Ingenieurwissenschaften hat in der Familie Freystätter Tradition: Der Vater war Geophysiker, Werner machte einen Master of Civil & Environmental Engineering am Imperial College in London und einige Jahre später einen Master of Business Administration in Helsinki. Seine älteste Tochter studiert ebenfalls Ingenieurwissenschaften, an der Aalto University in Helsinki. Auch im Sinne dieser Tradition sieht Werner seine Zuwendung.
Zur Chinesischen Medizin kam er 2012 während einer Lebenskrise. Damals machte er an der Volkshochschule Frankfurt einen Shiatsu-Kurs. Sein Interesse war geweckt. Die Dozentin (Annette Diefenthal) erzählte ihm vom ABZ-Mitte. „Ursprünglich wollte ich die Ausbildung zur Selbstkultivierung machen. Ich hatte bis dahin jahrelang nur auf einer Tastatur geklimpert. Das Eintauchen in die Chinesische Medizin bot mir ein umfassendes Spektrum aus chinesischer Philosophie, Selbstkultivierung, Tai-Chi und der 5-Elemente-Ernährung.“
Was Werner außerdem gefiel: Das ABZ-Mitte erinnerte ihn an die Atmosphäre in einem kleinen englischen College. Wer mit ihm die Ausbildung gemacht hat, weiß, dass er viele Stunden in der Bibliothek gelernt hat – nicht nur Chinesische Medizin. Denn bald hatte Werner Feuer gefangen und wollte Therapeut werden. So bereitete er sich parallel auf die Heilpraktiker-Prüfung vor.
Heute engagiert sich Werner Freystsätter vor allem im Bereich Tuina. Er unterrichtet unter der Leitung von Christiane Tettling in der Tuina Grundausbildung im ABZ-Mitte. Vor einigen Jahren initiierte er mit Christiane das Tuina-Basecamp auf dem TCM-Kongress Rothenburg und dieses Jahr gab es einen Tageskurs „Von Null auf Tuina“, der auf großes Interesse stieß. Er ist außerdem als Übersetzer englischsprachiger Dozent:innen am ABZ-Mitte und auf dem TCM-Kongress tätig.
Wir, vom Vorstand der AGTCM sagen: Danke Werner, dass Du unseren Fachverband mit Deinen vielen Einfällen und der großherzigen Spende unterstützt!
Die AGTCM entwickelt und sichert die Zukunft der Chinesischen Medizin.
Wir sind die ersten Ansprechpartner für die Politik und Wissenschaft und setzen uns für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung durch TCM ein.
Die AGTCM – Fachverband für Chinesische Medizin – ist seit 1954 ein renommierter interdisziplinärer Fachverband, der sich der fundierten Ausbildung und Förderung der Chinesischen Medizin in all ihren Facetten widmet.
Unsere vier TCM-Kooperationsschulen bieten in Deutschland Seminare und Ausbildungen in den Bereichen Akupunktur, Chinesische Arzneimitteltherapie, Westliche Arzneikräuter, Diätetik, Qi Gong und Tuina an. Eine Vielzahl weiterer praxisorientierter Kurse, wie beispielsweise spezielle Kurse zur chinesischen Diagnostik, klinische Seminare oder Workshops zu aktuellen TCM-Themen umfassen das Angebot dieser spezialisierten und zertifizierten Ausbildungszentren. Die AGTCM organisiert zudem Studienreisen nach China.
Die Ausbildung an unseren Kooperationsschulen richtet sich an Heilpraktiker:innen, Ärzte und Ärztinnen, Physiotherapeut:innen, Masseur:innen, Hebammen und Angehörige anderer Heilberufe sowie alle Interessierte, die sich umfassend mit der Chinesischen Medizin auseinandersetzen möchten. Die in Kooperation mit den TCM-Schulen erstellten Schulungskonzepte verbinden traditionelles Wissen mit modernen Lehrmethoden wie beispielsweise dem Behandeln von „echten“ Patient:innen unter Supervision. So gelingt es, eine praxisnahe und qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung zu gewährleisten.
Die AGTCM veranstaltet den jährlich stattfindenden TCM Kongress Rothenburg, der zu den renommiertesten und größten internationalen TCM-Kongressen außerhalb Asiens gehört. Darüber hinaus bieten wir unseren Mitgliedern umfangreiche Services wie Fachartikel, Veröffentlichungen aktueller Studien, politische Interessensvertretung, Mitarbeit in internationalen TCM-Organisationen und eine ständige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die etablierten Medien und auf Social Media.
Die AGTCM legt großen Wert auf die Verbindung zwischen klassischer Chinesischer Medizin und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dabei wird stets die Authentizität und Wirksamkeit der traditionellen Heilmethoden in den Mittelpunkt gestellt. Wir laden Sie ein, mehr über die faszinierende Welt der Chinesischen Medizin zu erfahren und von unserem Expert:innenwissen zu profitieren. Nutzen Sie hierzu unsere Info-Kanäle auf unserer Website, Facebook, Instagram, YouTube oder unseren Podcast.
Bitte beachten Sie unseren Haftungssausschluss für die Inhalte auf unseren Seiten.