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AGTCM-Forschungspreis 2026

AGTCM-Forschungspreis wird beim TCM Kongress Rothenburg 2026 erstmals verliehen
Forscherin der Charité ausgezeichnet: Wegweisende Arbeit zu Akupunktur bei peripherer diabetischer Neuropathie

Während des TCM Kongresses Rothenburg wurde in diesem Jahr erstmals der  gestiftete AGTCM-Forschungspreis verliehen.
Er geht an Dr. med. Joanna Dietzel von der Charité Universitätsmedizin. Sie erhält den Preis für ihre wegweisende Arbeit zu Akupunktur bei peripherer diabetischer Neuropathie.

Die Jury aus TCM-Expert:innen begründet ihre Entscheidung folgendermaßen: „Diese Studie bedeutet neue Hoffnung für viele von der Volkskrankheit Diabetes Betroffene. Denn die Akupunktur lindert Missempfindungen und Schmerzen in den Beinen und Armen, für die es außer Schmerztherapie derzeit keine medizinische Behandlung gibt."

Platz 1 für Neurologin aus Berlin

Dr. Joanna Dietzel ist Fachärztin für Neurologie mit den Zusatzbezeichnungen „Akupunktur“ und „Naturheilverfahren“. Sie ist seit 2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Naturheilkunde und integrative Medizin des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Im Rahmen eines Habilitationsstipendiums der Carstens-Stiftung koordiniert sie hier schwerpunktmäßig klinische Studien zur Erforschung der Wirksamkeit von Akupunktur bei neurologischen Erkrankungen. Sie lehrt Komplementärmedizin und Sozialmedizin an der Charité und ist Dozentin in der ärztlichen, pflegerischen und studentischen Weiterbildung. Zudem ist sie in der Patient:innenversorgung in der Hochschulambulanz für Naturheilkunde und Prävention der Charité tätig.

Verleihung beim TCM Kongress in Rothenburg o.d.T.

Der AGTCM-Forschungspreis für Forschung in der Traditionellen Chinesischen Medizin wurde in diesem Jahr erstmals vergeben. Er wurde von der ehemaligen 1. Vorsitzenden der AGTCM, Dr. Martina Bögel und ihrem Mann gestiftet, ist mit 1.000 € dotiert und zeichnet Forschung in der TCM mit besonderem Wert für die therapeutische Praxis aus. Die Verleihung des Forschungspreises fand im Rahmen der Eröffnungsfeier des TCM Kongress Rothenburg am 12.5.2026 statt.

Interview mit Dr. Joanna Dietzel

"Ich halte viel von TCM"

AGTCM-Forschungspreisträgerin Dr. Joanna Dietzel von der Charité Berlin im Interview.

Anne Hardy (AGTCM): Liebe Frau Dr. Dietzel, Sie haben in diesem Jahr den erstmals verliehenen AGTCM-Forschungspreis gewonnen. Welche Reaktionen haben Sie darauf bekommen? 

Dr. Joanna Dietzel: Meine Arbeitsgruppe und das gesamte Institutsteam haben applaudiert und sich sehr gefreut. Die beiden Doktoranden, ohne die die ausgezeichnete Studie nicht realisiert worden wäre, habe ich dann zum Essen eingeladen.

AH: Wie sind Sie zur TCM gekommen? 

Ich hatte als Studentin während eines Praktikums in der Frauenklinik Greifswald in einer Akupunktursprechstunde hospitiert. Der Akupunkteur war der Meinung die TCM passe zu mir und hat mir empfohlen, nach China zu fliegen für einen Kurs. 3 Wochen später war ich für einen Monat in Peking.

AH: Was motiviert Sie, TCM-Methoden in der Hochschulambulanz Naturheilkunde der Charité zu erforschen?

Ich halte viel von der TCM und will helfen, ihre Wirksamkeit zu erforschen. Ich möchte mit meiner Forschung anderen TCM Praktizierenden helfen zu entscheiden, wann sie die Indikation für eine Akupunkturserie sicherstellen können, und wann die Methode nicht so gut hilft.

AH: Welche Reaktionen gibt es zu Ihrer Arbeit aus dem Umfeld Ihrer Kolleg:innen und der Studierenden? 

Teilweise sind auch Kolleg:innen aus den Kliniken an unserer Forschungsarbeit interessiert und wir kooperieren in wissenschaftlichen Projekten. Studierende sind etwas zurückhaltender und kritischer den Naturheilverfahren gegenüber. Insgesamt aber überwiegt die Ansicht, dass eine Universitätsklinik eine Forschungsabteilung zur Erforschung der Wirksamkeit von Naturheilverfahren haben sollte.

AH: Wie kommt das Angebot bei den Patient:innen an? 

Sehr gut, das führt allerdings zu langen Wartezeiten für einen Termin.

AH: Lassen Sie sich selbst auch mit TCM behandeln? 

Ja natürlich. Es hilft bei der Arbeit als Arzt, die TCM-Wirkung auch an sich selbst zu beobachten. Ich hatte einmal meinem Mann gezeigt, wo Akupunkturpunkte sind, und er hat meine schmerzende Schulter erfolgreich behandelt. Ansonsten arbeite ich sehr gerne mit chinesischen Arzneimittelrezepturen.

AH: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Forschung in der TCM? 

Der Forschung in der TCM sind v.a. Finanzierungsquellen zu wünschen, denn jede medizinische Forschung ist aufwendig und teuer.

Die Fragen stellte Dr. Anne Hardy, AGTCM-Vorstand für medizinische Wissenschaft

Die Ausschreibung für den Forschungspreis 2026 können Sie hier noch einmal nachlesen.

Bildnachweis:
Velia Wortmann

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Die Ausbildung an unseren Kooperationsschulen richtet sich an Heilpraktiker:innen, Ärzte und Ärztinnen, Physiotherapeut:innen, Masseur:innen, Hebammen und Angehörige anderer Heilberufe sowie alle Interessierte, die sich umfassend mit der Chinesischen Medizin auseinandersetzen möchten. Die in Kooperation mit den TCM-Schulen erstellten Schulungskonzepte verbinden traditionelles Wissen mit modernen Lehrmethoden wie beispielsweise dem Behandeln von „echten“ Patient:innen unter Supervision. So gelingt es, eine praxisnahe und qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung zu gewährleisten. 

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