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Wenn der Urin nur noch tröpfelt

Benigne Prostatahyperplasie (BPH) mit Chinesischer Medizin behandeln

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die vor allem ältere Männer betrifft. Sie entsteht durch eine Hyperplasie des Drüsengewebes, häufig in der Transitionszone der Prostata. Die genaue Ursache ist unklar, diskutiert werden jedoch altersbedingte Veränderungen im Hormonhaushalt, insbesondere eine relative Zunahme von Dihydrotestosteron und Östrogen, sowie Wechselwirkungen zwischen Stroma und Epithel. Risikofaktoren sind Entzündungen, Übergewicht und möglicherweise genetische Faktoren. Typische Symptome sind häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen, abgeschwächter Harnstrahl, imperativer Harndrang und Restharnbildung (sogenannte Lower Urinary Tract Symptoms, LUTS).

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) erklärt die BPH anders als die Schulmedizin: Sie sieht als Ursache eine Zirkulationsstörung von Blut, Qi und Körperflüssigkeiten in der Prostata, die durch zu wenig Bewegung, sitzende Tätigkeiten oder im Alter entstehen kann. Aus Sicht der TCM spielen „Feuchte-Hitze“ und „Blutstagnation“ im unteren Körperbereich eine zentrale Rolle. Diese „Verschlackung“ führt zu Schwellung und begünstigt Entzündungen. Die Behandlung zielt darauf ab, den Qi-Fluss und die Zirkulation wiederherzustellen, Hitze zu kühlen und Blockaden aufzulösen. Dafür werden Akupunkturpunkte an Beinen, Bauch und unterem Rücken genutzt, niemals direkt an der Prostata. Ergänzend kommen chinesische Kräutertherapie, Ernährungsanpassung und spezielle Übungen zum Einsatz.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) beeinflusst die Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) durch einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl auf die Symptome als auch auf die zugrundeliegenden energetischen und funktionellen Störungen abzielt.

Wirkmechanismen und Methoden:

  • Akupunktur: Ziel ist es, die Zirkulation von Blut und Lymphflüssigkeit in der Prostata zu verbessern, „Hitze“ (Entzündung) zu kühlen und gestaute Flüssigkeiten zu transformieren. Genadelt wird an Meridianpunkten auf Beinen, Bauch und unterem Rücken – nie direkt an der Prostata selbst. Besonders relevant sind der Nieren-, Blasen- und Lebermeridian.
  • Kräutertherapie: Chinesische Heilkräuter werden eingesetzt, um „Feuchte-Hitze“ und „Blutstagnation“ im Beckenbereich zu beseitigen, Entzündungen zu hemmen und die Prostatafunktion zu regulieren. Diese Kräuter können oxidativen Stress und Entzündungsprozesse reduzieren sowie die Zellproliferation hemmen und die Apoptose fördern.
  • Ernährungsberatung und Lebensstil: Die TCM empfiehlt Anpassungen in der Ernährung und spezielle Übungen, um die Zirkulation im Beckenbereich zu verbessern und den Stoffwechsel zu unterstützen.

Ganzheitlicher Ansatz: Die Behandlung berücksichtigt nicht nur die körperlichen Symptome, sondern auch die Lebensführung des Patienten. So sollen Blockaden in den Meridianen gelöst und die Energie (Qi) wieder zum Fließen gebracht werden.

Effekte und Vorteile:

  • Reduktion von Beschwerden: Akupunktur und Kräutertherapie können Symptome wie häufiges Wasserlassen, abgeschwächten Harnstrahl und nächtlichen Harndrang lindern.
  • Schutz vor Nebenwirkungen: Im Vergleich zur konventionellen medikamentösen Behandlung treten bei TCM-Anwendungen weniger sexuelle Funktionsstörungen und andere Nebenwirkungen auf.
  • Individuelle Therapie: Die Behandlung wird individuell auf den Patienten abgestimmt, um Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Zusammengefasst setzt die TCM bei der Behandlung der Prostatahyperplasie auf eine Kombination aus Akupunktur, Kräutertherapie, Ernährung und Bewegung, um die Symptome zu lindern und die zugrundeliegenden Störungen im Energiefluss und Stoffwechsel zu beheben.

Ein ausführlicher Artikel zu diesem Thema erscheint in der August-Ausgabe der Zeitschrift AKOM - Fachmagazin für Angewandte KOMplementärmedizin.

Bildnachweis: Depositphotos/AGTCM

Birgit Ziegler

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