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Restless-Legs-Syndrom aus Sicht der TCM

In diesem Beitrag soll das Thema „Restless-Legs-Syndrom“ aus Sicht der TCM beschrieben werden. Kein leichtes Unterfangen, da „Restless-Legs-Syndrom“ natürlich nicht in der klassischen TCM-Literatur zu finden ist.

Wenn man die Begriffe „Restless-Legs-Syndrom“ sowie „chinese medicine“ in der wissenschaftlichen Datenbank PubMed eingibt, finden sich immerhin 80 Einträge mit Referenzen auf medizinische Artikel. Insgesamt finden sich in der medizinischen Publikationsdatenbank „PubMed“ aktuell mehr als 380.000 Studien bzw. Artikel zum Themenbereich TCM, darunter auch Veröffentlichungen in angesehenen Fachzeitschriften wie dem "American Journal of Chinese Medicine". Insbesondere seit der Verleihung des Nobelpreises für Medizin an die chinesische Pharmakologin Tu Youyou im Jahr 2015 wird im Bereich der TCM verstärkt geforscht. Tu Youyou isolierte den zur Behandlung von Malaria eingesetzten sekundären Pflanzenstoff Artemisinin zum ersten Mal im Jahr 1971 aus dem in der chinesischen Heilkunde seit langem verwendeten Einjährigen Beifuß.

Die Traditionelle Chinesische Medizin bietet die Möglichkeit, diverse Krankheitsbilder zu adressieren. Dabei erfolgt nach einer gezielten Diagnostik die Therapie nach einem Stufenplan, der Verhalten, Ernährung, Phytotherapie und äußere Anwendungen wie Akupunktur, Schröpfen oder Moxibustion umfasst. Verhalten und Ernährung kann jede Patientin und jeder Patient selbst beeinflussen, was die Selbstverantwortung stärkt und einen Teil des Reizes ausmacht, den die TCM für viele Menschen hat.

Traditionelle Heilsysteme bieten personalisierte Ansätze

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Herangehensweise der TCM an Erkrankungen: Diese haben laut diesem seit Jahrhunderten bewährten Medizinsystem multifaktorielle Ursachen, weshalb auch die Therapieansätze multifaktoriell ausfallen können und auf den individuellen Patienten / die individuelle Patientin zugeschnitten werden. Ähnliche personalisierte Ansätze finden sich auch in anderen traditionellen Heilsystemen wie der Tibetischen Medizin, Ayurveda, Unani und Siddha-Medizin in Indien, sowie natürlich auch zunehmend in unserer sogenannten Schulmedizin, beispielsweise bei personalisierten Krebstherapien oder der Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Unterschieden. Auch die Anpassung der Medikamente an das Körpergewicht der Patient:innen fällt in diese Kategorie.

TCM behandelt nicht Befunde, sondern Befinden

Es lässt sich also sagen: TCM behandelt nicht Befunde, sondern Befinden. Sie eignet sich besonders zur Vorbeugung von Krankheiten und kann unterstützend dazu beitragen, dass akute Erkrankungen nicht chronisch werden. Auch bei der Rehabilitation kann sie sinnvoll eingesetzt werden. Wir TCM-Ärzte und Ärztinnen betrachten die Traditionelle Chinesische Medizin dabei nicht als alternatives, sondern als integratives Medizinsystem. TCM wird nicht anstelle der Schulmedizin eingesetzt, sondern in Absprache mit den behandelnden Kolleg:innen. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohle der Patient:innen ist immer die beste Methode.

Doch zurück zum „Restless-Legs-Syndrom“ aus Sicht der TCM:
Energetisch identifiziert die TCM bei diesem Syndrom möglicherweise Feuchte-Hitze sowie leere Hitze, die zu Schleim- und Blut-Stagnation in den Luo-Gefäßen in den Beinen führen. Sicherlich spielt auch innerer Wind eine Rolle. Einer Rezeptur aus chinesischen Kräutern (Tian ma gou teng yin (Gastrodiae und Uncariae-Dekokt)) zur Behandlung von innerem Wind sowie der entsprechenden Rezeptur aus westlichen Kräutern ist der folgende Teil des Artikels gewidmet.

Rezeptur, die inneren Wind beruhigt

Die in diesem Abschnitt vorgestellte Rezeptur wirkt innerem Wind entgegen und kann somit bei „Restless-Legs-Syndrom“ mit den entsprechenden Symptomen eingesetzt werden. Innerer Wind kann sich aus einem Leber-Blut- sowie Leber- und Nieren-Yin-Mangel entwickeln. Natürlich kann auch der äußere „Pathogene Faktor“ Wind in den Körper eindringen und dort zu der Entwicklung eines inneren Windes beitragen; doch die Bereitschaft dazu, ein Leber- und Nieren-Yin-Mangel, muss vorhanden sein. 

Typische Symptome eines inneren Windes sind: Restless-Legs-Syndrom, Kopfschmerzen, Vertigo (Drehschwindel), Tinnitus (Ohrensausen) und in schweren Fällen: Unruhezustände, Brechreiz, Palpitationen (Herzklopfen) mit Angstzuständen sowie unkontrollierbare Muskelkontraktionen. Typisch für inneren Wind ist, dass die Beschwerden die Lokalisation regelmäßig ändern. 

Innerer Wind in Kombination mit aufsteigendem Yang sowie einer Schleim-Stagnation kann zu Tremor (Zittern), Bewusstseinsverlust, Lähmungen im Bereich der Gesichtsnerven, Hemiplegie (Lähmungen einer Körperhälfte), Aphasie (Unfähigkeit zu Sprechen) sowie Schlaganfällen führen. In der chinesischen Medizin wird bei Vorliegen eines inneren Windes einerseits das Symptom – also der innere Wind – behandelt. Dazu kommen in vielen Rezepturen Mineralien zur Anwendung. Andererseits wird die Ursache, also der Blut- und Yin-Mangel, behandelt.

Tian ma gou teng yin (Gastrodiae und Uncariae-Dekokt)

• Rhz. Gastrodiae (Tianma) 3 g Kaiserkraut
• Ram. cum Uncus Uncariae (Gouteng) 4 g Kaiserkraut
• Concha Haliotidis (Shijueming) 6 g Kaiserkraut
• Fr. Gardeniae (Zhizhi) 3 g Ministerkraut
• Sclerotium Poria Cocos (Fuling) 4 g Polizeikraut
• Rdx. Scutellariae baicalensis (Huangqin) 3 g Ministerkraut
• Hb. Leonuri heterophyllus (Yimucao) 3 g Polizeikraut
• Rdx. Cyathulae (Chuanniuxi) 4 g Polizeikraut
• Ctx. Eucommiae (Duzhong) 3 g Polizeikraut
• Ram. Loranthi (Sangjisheng) 3 g Polizeikraut
• Caulis Polygoni multiflori (Yejiaoteng) 4 g Polizeikraut

Wirkung:
Beruhigt die Leber
Beruhigt inneren Wind 
Bewegt das Blut
Tonisiert Leber und Nieren
Klärt Hitze

Indikation:
Unruhe
Kopfschmerzen
Drehschwindel
Ohrensausen
Ein Gefühl der aufsteigenden Hitze im Bereich des Kopfes
Schlafstörungen, bzw. unruhiger Schlaf
Lebhafte Träume
In schweren Fällen:
Taubheitsgefühl und Krämpfe der Extremitäten
Halbseitige Lähmungen

Entsprechende westliche Krankheitsbilder:
Restless-Legs-Syndrom
Essentielle Hypertonie (hoher Blutdruck)
Renale Hypertonie (hoher Blutdruck, durch eine Nierenerkrankung bedingt)
Insult (Schlaganfall)
TIA (Transitorische ischämische Attacken)
Cerebrovaskuläre Insuffizienz (Durchblutungsstörung des Gehirns)
Spastik der Extremitäten (Krämpfe im Bereich der Gliedmaßen)
Hypertensive Encephalopathie (Schädigung des Gehirns durch zu hohen Blutdruck)
Trigeminusneuralgien (Schmerzen im Bereich der Gesichtsnerven)
Muskelfibrillationen (Muskelzuckungen)
Insomnia (Schlaflosigkeit)
Aphasie (Sprachstörungen)
Epilepsie (Krampfanfälle)

Zunge: roter Zungenkörper
Puls: gespannt (xian) und schnell (shuo)

Beschreibung der klassischen TCM-Rezeptur:

Die Rezeptur „Tian ma gou teng yin“ wirkt innerem Wind entgegen, kühlt Hitze, bewegt und tonisiert das Leber- und Nieren-Yin. Sie wurde entwickelt, um einen hohen Blutdruck zu senken, der aufgrund eines inneren Windes sowie eines aufsteigenden Leber-Yang entsteht. Wenn das Leber-Yang aufsteigt, verursacht es in Kombination mit innerem Wind Symptome wie: Restless-Legs-Syndrom, Cephalaea (Kopfschmerzen), Vertigo (Drehschwindel), Tinnitus (Ohrensausen) sowie eine Hitze im Kopfbereich. Des Weiteren kann ein aufsteigendes Leber-Yang zu Schlafproblemen führen. Wenn ein Aufsteigen des Leber-Yang besonders stark vorliegt, können sich Taubheitsgefühle bzw. Krämpfe in den Extremitäten, oder – in extrem schweren Fällen – Hemiplegie (halbseitige Lähmung) entwickeln. Die Rezeptur „Tian ma gou teng yin“ wirkt den soeben beschriebenen Symptomen entgegen. 

Zur Analyse der einzelnen Kräuter der Rezeptur:
Die Kaiserkräuter Rhz. Gastrodiae (Tianma), Ramulus cum Uncus Uncariae (Gouteng) und Concha Haliotidis (Shijueming) vermindern ein aufsteigendes Leber-Yang und beruhigen inneren Wind. Die Ministerkräuter Fr. Gardeniae (Zhizhi) und Rdx. Scutellariae baicalensis (Huangqin) wirken einer Leber-Qi-Stagnation entgegen. Zusätzlich sind sie thermisch kühlend und wirken damit dem aufsteigenden Leber-Yang entgegen. Das erste Polizeikraut, Herba Leonuri heterophyllus (Yimucao), ist ein blutbewegendes Kraut. Durch die Verwendung eines blutbewegenden Krauts soll verhindert werden, dass das Blut durch das aufsteigende Leber-Yang übermäßig stark in den Bereich des Kopfes geleitet wird. Die Wirkungen der weiteren Polizeikräuter: Rdx. Cyathulae (Chuanniuxi) leitet das Qi abwärts. Zusätzlich nährt es in Kombination mit Ctx. Eucommiae (Duzhong) und Ramulus Loranthi (Sangjisheng) das Leber- und Nieren-Yin. Caulis Polygoni multiflori (Yejiaoteng) und Sclerotium Poria Cocos (Fuling) wirken Shen (Geist) beruhigend.

Entsprechende Rezeptur aus westlichen Kräutern:

  • Folium Olivae Olivenblätter 6 g Kaiserkraut
  • Herba et Radix Taraxaci Löwenzahn 2 g Ministerkraut + Botschaftskraut
  • Herba Alchemillae vulgaris Frauenmantel 5 g Minister. + Botschaftskraut
  • Folium Melissae Melisse 7 g Ministerkraut
  • Herba Agrimoniae Odermennig 5 g Ministerkraut
  • Herba Passiflorae Passionsblume 3 g Ministerkraut
  • Herba Stellaria media Vogelmiere 5 g Polizeikraut
  • Fructus Cardui mariae Mariendistel 7 g Polizeikraut
  • Herba Galeopsidis ockergelber Hohlzahn 10 g Polizeikraut

Beschreibung der Rezeptur aus westlichen Kräutern:

Als Kaiserkraut dieser Rezeptur dienen Olivenblätter (Folium Olivae). Diese beruhigen die Leber sowie inneren Wind und eignen sich hervorragend, um Hypertonie (Bluthochdruck) aufgrund von Feuchter-Hitze und einem aufsteigenden Leber-Yang zu behandeln. Unterstützt werden sie durch verschiedene Ministerkräuter: Zwei davon sind Löwenzahn (Herba et Rdx. Taraxaci) und Frauenmantel (Herba Alchemilliae). Diese Kräuter leiten Feuchte-Hitze im Bereich der Leber aus, und können eingesetzt werden, um inneren Wind bei einer vorhandenen Leber-Qi-Stagnation zu beruhigen. Frauenmantel (Herba Alchemilliae) ist immer dann indiziert, wenn ein aufsteigendes Leber-Yang zu seitlichen Kopfschmerzen führt. 

Löwenzahn (Herba et Rdx. Taraxaci) und Frauenmantel (Herba Alchemillae) sind zusätzlich Botschaftskräuter dieser Rezeptur, da sie einen Bezug zur Leber herstellen.

Auch die folgenden drei Kräuter dienen als Ministerkräuter: Die bittere, thermisch kühle Melisse (Folium Melissae) beruhigt aufsteigendes Leber-Yang, klärt Herz-Feuer und beruhigt das Shen. Odermennig (Herba Agrimoniae) befindet sich in der Rezeptur, um Feuchte-Hitze auszuleiten. Passionsblume (Herba Passiflorae) befindet sich als beruhigendes Kraut in der Rezeptur. Vogelmiere (Herba Stellaria media) ist ein leicht süßes, salziges, thermisch kühles Kraut. Dieses Polizeikraut tonisiert das Herz- und Lungen-Yin, klärt Hitze und kann eingesetzt werden, um das Blut zu nähren. Interessant ist die Kombination der Vogelmiere (Herba Stellaria media) mit einem weiteren Polizeikraut, den Mariendistelsamen (Fructus Cardui mariae). Diese beiden Kräuter tonisieren das Yin und leiten Feuchtigkeit aus. Wenn sie gemeinsam mit dem Kaiserkraut eingenommen werden, eignet sich die Kombination dieser drei Kräuter, um inneren Wind zu beruhigen und das Blut zu bewegen, ohne dabei das Yin zu verletzen. Als letztes Polizeikraut dieser Rezeptur dient ockergelber Hohlzahn (Herba Galeopsidis). Dieser nährt das Nieren-, Magen- und Lungen- Yin und wirkt damit den bitteren, ausleitenden Kräutern entgegen. 

Abschließend noch einige westliche Kräuter, die bei Restless-Legs-Syndrom aus Sicht der TCM eingesetzt werden können:

Gingko

Pharmazeut. Name: Gingko bilobae folium (Chin.: Yinguoye)
Botanischer Name: Gingko biloba L. 
Englischer Name: Maidenhair Tree
Verwendete Teile: Blätter
Geschmack: bitter, leicht süß
Thermische Wirkung: neutral
Organzuordnung: Herz, Lunge
Dosierung: 1,5-4,5 g

Funktionen:

  • Wirkt Blut-Stagnationen entgegen
  • Beruhigt Shen (Geist)
  • Äußerliche Anwendung zur Regeneration des Gewebes

Olive

Pharmazeut. Name: Olivea folium
Botanischer Name: Olea europaea L.
Englischer Name: Olive
Verwendete Teile: Blätter
Geschmack: bitter
Thermische Wirkung: neutral
Organzuordnung: Leber, Gallenblase
Dosierung: 3-9 g

Funktionen:

  • Wirkt Feuchter-Hitze im Bereich von Leber und Gallenblase entgegen
  • Wirkt Schleim-Stagnationen entgegen
  • Beruhigt inneren Wind
  • Senkt aufsteigendes Gallenblasen-Yang ab

Engelwurz (Angelikawurzel) 

Lateinischer Name: Radix Angelicae archangelicae
Englischer Name: Garden Angelica, holy ghost
Verwendete Teile: Wurzel
Geschmack: scharf, leicht bitter und süß
Thermische Wirkung: warm
Organzuordnung: Lunge, Dickdarm, Magen

Funktionen:

  • Tonisiert Milz-Qi und -Yang
  • Leitet Feuchtigkeit und Nahrungsmittel-Stagnation aus dem Mittleren Erwärmer aus
  • Leitet Feuchte-Kälte aus dem Dickdarm
  • Tonisiert das Lungen-Qi und -Yang
  • Wirkt Feuchte-Kälte in der Lunge entgegen
  • Wirkt Wind-Feuchtigkeits-Stagnationen (Bi-Syndrom) entgegen
  • Vertreibt äußere Wind-Kälte
  • Wirkt Qi-Stagnationen im Mittleren Erwärmer entgegen

Ackerschachtelhalm

Lateinischer Name: Herba Equiseti
Englischer Name: Shave-grass
Verwendete Teile: Kraut
Geschmack: bitter, adstringierend, fad
Thermische Wirkung: kühl
Organzuordnung: Blase, Niere, Lunge, Dickdarm

Funktionen:

als Tee zubereitet/gekocht:

  • Klärt Feuchte-Hitze in Blase und Dickdarm
  • Leitet Feuchtigkeit aus
  • Wirkt Qi-Stagnation im Unteren Erwärmer entgegen

als Rohdroge, ungekocht

  • Tonisiert Lungen- und Nieren-Yin
  • Wirkt mild adstringierend 

Frauenmantel

Lateinischer Name: Herba Alchemillae
Englischer Name: Lady`s mantel
Verwendete Teile: Kraut
Geschmack: bitter, adstringierend
Thermische Wirkung: kühl
Organzuordnung: Leber

Funktionen:

  • Leitet Leber-Feuer und -Hitze im Blut aus
  • Stoppt Blutungen
  • Leitet Feuchte-Hitze im Dickdarm und in der Blase aus
  • Wirkt Leber-Blut-Stagnation entgegen
  • Tonisiert das Milz-Qi 

Löwenzahn

Lateinischer Name: Herba et Radix Taraxaci (Chin.: Pugongyin)
Englischer Name: Dandelion
Verwendete Teile: Kraut und Wurzel
Geschmack: bitter, süß
Thermische Wirkung: kalt
Organzuordnung: Leber, Magen

Funktionen:

  • Klärt Hitze und kühlt toxische Hitze
  • Leitet Feuchte-Hitze aus
  • Wirkt Qi-Stagnation entgegen
  • Wirkt aufsteigendem Leber-Yang entgegen
  • Kühlt Leber-Feuer
  • Tonisiert das Milz-Qi (niedrig dosiert)

Färberdistel

Lateinischer Name: Flos Carthamie (Chin.: Honghua)
Englischer Name: Safflower
Verwendete Teile: Blüten
Geschmack: scharf
Thermische Wirkung: warm
Organzuordnung: Herz, Leber

Funktionen:

  • Bewegt das Blut und fördert die Menstruationsblutung
  • Vertreibt Blut-Stagnation und Schmerz nach Traumen (Verletzungen) oder z.B.: bei Angina pectoris

Petersilienwurzel

Lateinischer Name: Radix Petroselini
Englischer Name: Parsley
Verwendete Teile: Wurzel
Geschmack: süß
Thermische Wirkung: warm
Organzuordnung: Milz, Leber

Funktionen:

  • Tonisiert das Blut über die Milz, die für die Blutproduktion zuständig ist
  • Tonisiert das Milz-Qi
  • Wirkt Leber-Qi-Stagnationen entgegen
  • Leitet Feuchtigkeits-Stagnationen aus
  • Stoppt den Milchfluss

Mariendistel

Lateinischer Name: Fructus Cardui mariae
Englischer Name: Milk thistle, lady`s milk
Verwendete Teile: Frucht
Geschmack: bitter
Thermische Wirkung: kühl 
Organzuordnung: Leber, Magen, Dickdarm

Funktionen:

  • Leitet Leber-Feuchte-Hitze aus
  • Tonisiert das Leber-Yin
  • Leitet Schleim-Hitze aus
  • Wirkt Toxischer Hitze entgegen

Passionsblume

Lateinischer Name: Herba Passiflorae
Englischer Name: Passion Flower
Verwendete Teile: Kraut
Geschmack: neutral
Thermische Wirkung: kühl'
Organzuordnung: Herz, Niere, Lunge

Funktionen:

  • Klärt Hitze
  • Beruhigt den Geist (Shen)
  • Wirkt Herz- und Leber-Feuer entgegen
  • Beruhigt aufsteigendes Leber-Yang und inneren Wind
  • Wirkt Leber-Qi-Stagnationen entgegen
  • Wirkt der Diagnose „Schleim verlegt die Herzkanäle“ entgegen

Rosenblüten

Lateinischer Name: Flos Rosae
Englischer Name: Rose
Verwendete Teile: Blütenblätter
Geschmack: süß und adstringierend
Thermische Wirkung: kühl#
Organzuordnung: Herz, Magen

Funktionen:

  • Wirkt der Diagnose „Schleim verlegt die Herzkanäle“ entgegen
  • Kühlt Herz- und Magen-Feuer
  • Beruhigt aufsteigendes Leber-Yang
  • Wirkt mild Leber-Qi-Stagnationen entgegen
  • Wirkt leicht adstringierend

Schafgarbe

Lateinischer Name: Herba Millefolii
Englischer Name: Milfoil, common yarrow
Verwendete Teile: Kraut
Geschmack: bitter, süß
Thermische Wirkung: neutral
Organzuordnung: Leber, Milz, Blase

Funktionen:

  • Tonisiert das Milz-Qi
  • Wirkt Leber-Qi-Stagnationen entgegen
  • Vertreibt äußere Wind-Kälte und Hitze
  • Beruhigt aufsteigendes Leber-Yang
  • Leitet Feuchtigkeit und Schleim aus
  • Wirkt Blut-Stagnationen entgegen
  • Stoppt mild Blutungen

Süßholz

Lateinischer Name: Radix Glycyrrhizae (Chin.: Gancao)
Englischer Name: Liquorice, sweet wort
Verwendete Teile: Wurzel
Geschmack: süß
Thermische Wirkung: neutral
Organzuordnung: Herz, Lunge, Milz (alle 12 Meridiane)

Funktionen:

  • Tonisiert das Milz-Qi
  • Befeuchtet die Lungen
  • Beseitigt Husten
  • Klärt Hitze und toxische Hitze
  • Beseitigt Schleim
  • Lindert Schmerzen und Spasmen
  • Harmonisiert den Charakter anderer Kräuter

Hopfen 

Lateinischer Name: Strobulus Lupuli
Englischer Name: Hop
Verwendete Teile: (weibliche) Blüte 
Geschmack: bitter, leicht adstringierend und scharf
Thermische Wirkung: kühl
Organzuordnung: Herz, Leber, Niere, Magen, Blase

Funktionen:

  • Klärt Hitze
  • Beruhigt den Geist
  • Nährt Nieren- und Herz-Yin
  • Klärt Magen-Feuer
  • Wirkt Leber-Qi-Stagnation im Mittleren Erwärmer entgegen
  • Wirkt bei Problemen der Shao-Yin-Achse: Herz-Feuer in Kombination mit einem Nieren-Yin-Mangel
  • Leitet Feuchte-Hitze im Bereich der Haut aus

Literaturempfehlungen:
Ploberger, F. (2013) Krankheitsbilder in der Traditionellen Chinesischen Medizin; Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten, 3. Auflage, Schiedlberg: Bacopa. 

Ploberger, F. (2017) Westliche und traditionell chinesische Heilkräuter, Schiedlberg: Bacopa.

Ploberger, F. (2020) Das große Buch der westlichen Kräuter aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin, 5. Auflage, Schiedlberg: Bacopa. 

Bildnachweis: Depositphotos/AGTCM

Dr. Florian Ploberger, B. Ac., MA

1. TCM-Therapieverfahren

  • Akupunktur
  • Kräutertherapie
  • Diätetik

2. Behandlungsschwerpunkte

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3. Ausbildung/Weiterbildung/Veröffentlichungen

Mitglied beider AGTCM seit wenigen Jahren

Ausbildung:
Medizinstudium und Turnus in Wien, Akupunkturausbildung bei der Österreichischen Gesellschaft für Akupunktur und Aurikulotherapie 1996; dreijährige TCM-Ausbildung bei Claude Diolosa bis 1998; Bachelor in Akupunktur der K.S. Universität in den USA 1999; vier Semester Studium der Sinologie sowie 56 teilweise mehrmonatige Studien- und Forschungsaufenthalte in China (TCM-Universität in Peking, TCM-Universität in Chengdu), Indien (LTWA – Library of Tibetan Works & Archives, Men-Tsee-Khang (Institut für Tibetische Medizin und Astrologie unter der Schirmherrschaft des XIV. Dalai Lama in Dharamsala, Nordindien)) und Nepal. 2012 Master der Tibetologie an der Universität Wien.
 

Weiterbildung:
Vortragstätigkeit bei diversen internationalen Kongressen, beispielsweise 2012 am 12. ICOM-Kongress in Seoul/Südkorea, 2014 am “3rd International Congress on Traditional Tibetan Medicine” in Kathmandu/Nepal sowie Vorsitzender der Sitzung „Akupunktur“ beim Menopausekongress in Wien (Veranstalter: Universitätsklinik für Frauenheilkunde), 2015 am „International Workshop on Tibetan medical formulas“ an der University of Westminster in London / British Academy, am „Establishing Meeting for the Tibetan Medicine Committee of the World Federation of Chinese Medicine Societies & First Annual Conference on Tibetan Medicine“ in Xining, China, sowie bei der “4th International Academic Conference on Comparison of Traditional and Modern Medicine“ in Yunnan, China. 2016 am “14th Seminar of the International Association for Tibetan Studies” in Bergen, Norwegen, sowie bei der “5th International Academic Conference on Comparison of Traditional and Modern Medicine“ in Xingyi, China. 

2017 am “5th International Congress on Sowa Rigpa” in Kathmandu, am "9th International Congress on Traditional Asian Medicines" (ICTAM IX) in Kiel, sowie bei der “6th International Academic Conference on Comparison of Traditional and Modern Medicine“ in Nanning, China. In Nanning wurde er zu einem der Direktoren des akademischen Beirates ernannt. 2018 am “5th International Seminar of Young Tibetologists” (ISYT) an der Universität St. Petersburg, Russland.

2019 wurde er u.a. zu Kongressen nach Bangkok / Thailand, Singapur und Kuala Lumpur / Malaysien eingeladen.

2022 am “16th Seminar of the International Association for Tibetan Studies” in Prag, Tschechische Republik, 2024 am “10th International Congress on Traditional Asian Medicines” (ICTAM X) in Taipei, Taiwan und 2025 am "12th International Congress of the Society for Ethnopharmacology" in Belagavi, Indien.

Publikationen:
Internationale Lehrtätigkeit und zahlreiche Publikationen in den Themenbereichen TCM (z.B. das bereits in 9. Auflage erschienene Buch „Westliche Kräuter aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin“ (auch in englischer Sprache unter „Western Herbs from the Traditional Chinese Medicine Perspective“ erhältlich) und Tibetische Medizin. Das Buch „Westliche und traditionell chinesische Heilkräuter“ ist 2024 bei World Scientific Publishing, Singapore, unter „A Comprehensive Guide of Western and Chinese Herbs, and Related TCM Formulae“ in englischer Sprache veröffentlicht worden. Zahlreiche Artikel in deutschen sowie englischsprachigen Fachzeitschriften, “peer reviewer” für „Asian Medicine“ (ASME), „American Journal of Chinese Medicine“ sowie „Phytomedicine“. 

Redaktionsmitgliedschaften:
2018 wurde er zum Mitglied der Redaktion des „International Journal of Chinese Medicine“ ernannt. Im Jahr darauf folgte die Ernennung zum Mitglied der Redaktion des „American Journal of Chinese Medicine“.

Publikationsliste:

  • Ploberger, F. (2005) Tibetische Medizin, Mit einem Vorwort des XIV. Dalai Lama, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2006)Das TCM-Rezeptierbuch, München: Urban & Fischer. 
  • Ploberger, F. (2006) Pulsdiagnose in der Chinesischen und Ayurvedischen Medizin, Ploberger, Florian, (Hrsg.), Vinod Verma, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2012) Diagnostik und Therapie, Fallbeispiele aus der Praxis der TCM, 2. Auflage, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2012) Die Grundlagen der Tibetischen Medizin, eine Übersetzung des Werkes „Fundamentals of Tibetan Medicine“ der Men-Tsee-Khang Publications, 2. Auflage, Schiedlberg: Bacopa.
  • Ploberger, F. (2012) Wurzeltantra und Tantra der Erklärungen der Tibetischen Medizin, 2. Auflage, Schiedlberg: Bacopa.
  • Ploberger, F. (2013) Westliche und traditionell chinesische Heilkräuter, 2. Auflage, München: Elsevier - Urban & Fischer Verlag. 
  • Ploberger, F. (2013) Western Herbs from the Traditional Chinese Medicine Perspective, Schiedlberg, Bacopa.
  • Ploberger, F. (2015) Chinesische Phytotherapie. Anleitung zur Erstellung einer TCM-Rezeptur, Schiedlberg, Bacopa.
  • Ploberger, F. (2015) Das letzte Tantra aus Die vier Tantra der Tibetischen Medizin, Schiedlberg: Bacopa.
  • Ploberger, F. (2016) Die Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin, 2. Auflage, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2017) Westliche und traditionell chinesische Heilkräuter, Schiedlberg: Bacopa.
  • Ploberger, F. (2019) Herbal Formulas – Western Herbs from the TCM Perspective, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2020) Das große Buch der westlichen Kräuter aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin, 5. Auflage, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2020) Chinesische Astrologie - Die Jahre 2021 bis 2030, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2021) Das Tantra der mündlichen Überlieferung der vier Tantras der Tibetischen Medizin, 1. Teil, Schiedlberg: Bacopa.
  • Ploberger, F. (2021) Eine Horde Affen und ein halber Schafskopf, Schiedlberg: Bacopa.
  • Ploberger, F. (Hg.) (2023) KRANK oder GESUND - Wie man es sieht, Schiedlberg: Bacopa.
  • Ploberger, F. (2024) A Comprehensive Guide of Western and Chinese Herbs, and Related TCM Formulae, Singapore: World Scientific Publishing.
  • Ploberger, F. (Hg.) (2025) Endlich leben - Vom Umgang mit Vergänglichkeit und Tod, Schiedlberg: Bacopa.
  • Ploberger, F. (2026) Psychologische Aspekte in der Traditionellen Chinesischen Medizin, 3. Auflage, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2026) Krankheitsbilder in der Traditionellen Chinesischen Medizin; Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten, 3. Auflage, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2026) Westliche Kräuter aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin, 10. Auflage, Schiedlberg: Bacopa. 
  • Ploberger, F. (2026) Rezepturen aus westlichen Kräutern für Syndrome der Traditionellen Chinesischen Medizin, 7. Auflage, Schiedlberg: Bacopa. 

Universitäre Vorträge bzw. Lehrtätigkeiten:
Seit 2007 Lehrtätigkeit als Univ. Lektor am Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde (ISTB) der Universität Wien über diverse Themen der Tibetischen Medizin. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte er die Anthropologin Dr. Barbara Gerke sowie bedeutende tibetische Ärzte wie beispielsweise Dr. Dawa, Dr. Namgyal Qusar, Dr. Tsultrim Kalsang, Dr. Teinlay P. Trogawa, Dr. Wangdue sowie die Astrologin Dr. Tsering Choezom zu Gastvorträgen an die Universität einladen.

2008 wurde er vom Men-Tsee-Khang eingeladen, dort Vorträge zu halten.
Im Sommer-Semester 2010 ein Semester lang Lehrtätigkeit am „Institute of South and Central Asia“ der Prager St. Charles University, 2011 ein Gastvortrag am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien / Bereich Sinologie, seit 2012 jährlich ein Gastvortrag an der Medizinischen Universität Wien im Rahmen der Ringvorlesung Komplementärmedizin, 2014 vier Vorträge über „Westliche Kräuter aus Sicht der TCM“ auf Einladung der Österreichischen Apothekerkammer sowie ein Vortrag am Institut der Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). 2017 ein Gastvortrag am Institut für Indologie und Zentralasienwissenschaften der Universität Leipzig. 2018 begann sein Lehrauftrag am FH Campus Wien (Masterlehrgang Ganzheitliche Therapie und Salutogenese (Gesunderhaltung) über Tibetische Medizin. Hier war er auch als Masterthesis-Erstbetreuer (MSc) tätig.

Im Jahr darauf begann seine Lehrtätigkeit an der Sigmund Freud Universität in Wien im Modul „Komplementärmedizin“ im Rahmen des Zahn-Medizinstudiums über Tibetische Medizin, und im Wintersemester 2019/2020 begann er, im Masterstudiengang Humanmedizin an der Fakultät für Medizin der Sigmund Freud Universität „Westliche Kräuter aus Sicht der TCM“ zu unterrichten.

Im Winter-Semester 2022 Lehrtätigkeit an der Universität für Weiterbildung Krems im Rahmen des Universitätslehrganges „Evidenzbasierte Phytotherapie in praktischer Anwendung“.

2024 begann seine Vortragstätigkeit zum Themenbereich „Fernöstliche Therapien“ im Österreichische Ärztekammer (ÖÄK)-Diplom-Lehrgang „Begleitende Krebsbehandlung“ sowie Vortragstätigkeit für das Referat für Integrative Medizin der Österreichischen Ärztekammer.

2025 zwei Vorträge zum Thema „Tibetische Phytotherapie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ auf Einladung der Apothekerkammer Steiermark und Oberösterreich.
2026 ein Vortrag zum Thema „Tibetische Phytotherapie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ auf Einladung der Apothekerkammer Wien.

4. Sonstiges/USP

Podcast MENSCH. MEDIZIN. WEISHEIT. Dr. Florian Ploberger im Dialog 
Erste Gesprächspartner waren Gerhard Zoubek, Ingrid Marth, Dr. Georg Fraberger, Dr. Herbert Schwabl, Priv.-Doz. Dr. Karl-Heinz Steinmetz, ao. Univ.-Prof. Dr. Renée Schroeder, Prof. Dr. Gerald Hüther, Dr. Lothar Krenner, Prof. Dr. Mag. Gertrude Kubiena, Mike Mandl, Prof. (FH) Priv.-Doz. Gerhard Tucek, Angela Cooper, MBA; Mag. Anita Natmeßnig, Dr. Martin Prein, Univ. Prof.in PDin DDr.in Eva Katharina Masel, MSc; Ing. Mag. (FH) Sabine Weber-Treiber, Dr. Bhante Seelawansa, Miguel Herz-Kestranek, Univ.-Prof. PD. Dr. T. Peter Panhofer, MBA, MSc; Dr. Martina Draszczyk, Prof. Heinz Nußbaumer, Mag. Brigitte Ederer, Dr. Marina Marcovich, Dr. Andreas Salcher, Stephanie & em. Univ. Doz. Dr. Franz Schmatz, Gerhard Weißgrab, Dr. Elisabeth Lazcano, Dr. Olivia Pojer, Dr. Christina Kaneider, Dr. phil. Dr. med. Katharina Anna Sabernig, Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber, Rudolf Anschober, Priv.-Doz. Dr. Sabine Hermisson, Dr. Elisabeth Mikl, Mag. pharm. Monika Aichberger; em. Univ.-Prof. DDr. Paul M. Zulehner, Dr. Karl Zippelius, Dr. Alexandra Knauer, Dr. Daniela Stockenhuber, Timna Brauer sowie Dr. Lea Kum.

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