Der Artikel von Dr. Anne Hardy beleuchtet den Einsatz der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beim Post-Covid-Syndrom. Während die westliche Medizin bislang keine ursächliche Therapie bietet, konnten TCM-Therapeut:innen in Praxis und Studien erste positive Erfahrungen sammeln. In China wurde die TCM schon während der Pandemie erfolgreich zur Prävention und Behandlung eingesetzt. Auch in Europa kam chinesische und westliche Phytotherapie zur Anwendung, beispielsweise im Rahmen des Netzwerks TCM Connect.
Eine AGTCM-Erhebung zeigte, dass Betroffene vor allem wegen Fatigue, Kurzatmigkeit, Gedächtnisproblemen und depressiven Verstimmungen Hilfe suchten. Fast die Hälfte war zeitweise arbeitsunfähig. Ein ausführliches Fallbeispiel einer Flugbegleiterin verdeutlicht die komplexe Symptomatik und die differenzierte TCM-Behandlung. Mit Akupunktur, Kräutermedizin (u. a. Chai Ling San), Ernährungsempfehlungen und manuellen Techniken konnte die Patientin deutliche Verbesserungen erfahren, auch wenn Unsicherheit und neue Symptome bestehen blieben.
Die Analyse macht deutlich, dass TCM bei Post-Covid wirksame Ansätze bietet, Patient:innen ernst nimmt und individuelle Behandlungsstrategien entwickelt. Zugleich zeigt sich die Notwendigkeit weiterer Studien und einer stärkeren Anerkennung der TCM in Gesundheitssystem und Politik.
Dieser Artikel wurde in der AKOM 12/2023 veröffentlicht. Wir danken dem Verlag für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.
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