Studie zur Akupunktur bei Kniearthrose

Weniger Schmerz und bessere Beweglichkeit in 8 Wochen

Wie wirken manuelle und Elektro-Akupunktur auf Entzündung und Knorpelabbau bei Kniearthrose? Eine chinesische Studie zeigt, dass beide Verfahren nicht nur Schmerzen lindern und die Funktion des Kniegelenks verbessern, sondern auch messbare Veränderungen wichtiger Entzündungsmarker bewirken. Damit liefert die Untersuchung neue Hinweise auf mögliche Wirkmechanismen der Akupunktur bei degenerativen Gelenkerkrankungen.

Kniearthrose ist eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Alter. Entzündungen im Gelenk spielen dabei eine große Rolle. Akupunktur wird schon länger als nicht-medikamentöse Behandlung eingesetzt. Um herauszufinden, wie genau sie wirkt, haben chinesische Forschende untersucht, ob Akupunktur (mit und ohne Strom) Entzündungswerte im Blut verändern kann – und ob das mit Schmerzlinderung und besserer Beweglichkeit zusammenhängt.

Wie wurde die Studie gemacht?

  • 60 Personen mit mäßiger Kniearthrose nahmen teil.
  • Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt:
    • Elektro-Akupunktur (EA): Nadeln mit leichter elektrischer Stimulation.
    • Manuelle Akupunktur (MA): Nadeln ohne Strom.
  • Jede Person bekam 24 Behandlungen über 8 Wochen.
  • Vor und nach der Behandlung wurden Blutproben untersucht, um Entzündungsstoffe und Abbauprodukte von Knorpel zu messen.
  • Zusätzlich wurden Schmerzen und Beweglichkeit mit Fragebögen bewertet.

Verwendete Akupunkturpunkte:

6 bis 7 Lokalpunkte aus folgender Liste: Ma34, Ma35, Ma36, Neixiyan (EX-Le4), Heding (EX-Le2), Gb33, Gb34, Mi9, Mi10, Le7, Le8, Ashi-Punkte

2 bis 3 Fernpunkte aus folgender Liste: Gb31, Gb36, Gb39, Gb41, Ma40, Ma41, Le3, Bl60, Mi6, Ni3

Was kam heraus?

  • Beide Methoden (EA und MA) verbesserten Schmerzen und Beweglichkeit deutlich nach 8 Wochen.
  • Im Blut wurden nach der Behandlung weniger entzündungsfördernde Stoffe (z. B. TNF-α, IL-1β) und weniger Knorpelabbau-Marker (MMP-3, MMP-13) gemessen.
  • Gleichzeitig stieg ein entzündungshemmender Stoff (IL-13) an.
  • Zwischen den beiden Methoden gab es kaum Unterschiede. Nur bei einem Entzündungswert (TNF-α) war die Abnahme bei der Elektro-Akupunktur etwas stärker.
  • Nebenwirkungen waren selten und harmlos (z. B. kleine Blutergüsse).

Was bedeutet das?

Sowohl manuelle als auch Elektro-Akupunktur können Schmerzen und Beweglichkeit bei Kniearthrose verbessern. Diese Wirkung hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass bestimmte Entzündungsprozesse im Körper abgeschwächt werden. Unterschiede zwischen den beiden Methoden sind gering.

Kurz gesagt: Akupunktur – egal ob mit oder ohne Strom – kann bei Kniearthrose Schmerzen lindern und die Funktion verbessern, vermutlich weil sie entzündungshemmend wirkt.

Studie:
Shi GX, Tu JF, Wang TQ, Yang JW, Wang LQ, Lin LL, Wang Y, Li YT, Liu CZ. Effect of Electro-Acupuncture (EA) and Manual Acupuncture (MA) on Markers of Inflammation in Knee Osteoarthritis. J Pain Res. 2020 Aug 26;13:2171-2179. doi: 10.2147/JPR.S256950. PMID: 32904642; PMCID: PMC7457556.

Bildnachweis:
Depositphotos/AGTCM

Dr. Anne Hardy

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