12.11.2025
Eine aktuelle Metaanalyse zeigt: Akupunktur kann die Lebensqualität von Menschen mit Reizdarmsyndrom deutlich verbessern und viele Beschwerden lindern – sicher und mit wenigen Nebenwirkungen. Auch wenn der Effekt auf Bauchschmerzen allein weniger deutlich ist, gilt Akupunktur ist damit eine vielversprechende Ergänzung zur bisherigen Behandlung.
Das Reizdarmsyndrom (IBS) ist eine sehr häufige Magen-Darm-Erkrankung, die Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung verursacht. Sie beeinträchtigt den Alltag stark, führt oft zu psychischen Belastungen und hohen Behandlungskosten. Medikamente oder Ernährungsumstellungen helfen nicht immer und können Nebenwirkungen haben. Da es keine optimale Standardtherapie gibt, haben chinesische Forschende Akupunktur als mögliche zusätzliche Behandlung untersucht.
Die Forschenden untersuchten in einer Metaanalyse, ob Akupunktur Menschen mit Reizdarmsyndrom (IBS) helfen kann. Dafür werteten sie 14 hochwertige klinische Studien mit insgesamt über 2.000 Teilnehmer:innen aus verschiedenen Ländern aus.
Die zentralen Ergebnisse:
Fazit:
Die Metaanalyse deutet darauf hin, dass Akupunktur die Lebensqualität und die Gesamtsymptome von Menschen mit Reizdarmsyndrom verbessern kann – auch wenn der Einfluss auf Bauchschmerzen allein weniger deutlich ist. Da die Studien sich in ihrer Qualität und Methodik unterscheiden, empfehlen die Autor:innen, weitere große und gut durchgeführte Studien zu machen, um die Ergebnisse zu bestätigen.
Metaanalyse:
Zhou J, Lamichhane N, Xu Z, Wang J, Quynh VD, Huang J, Gao F, Zhao M, Chen Z, Zhao T. The effect of acupuncture on quality of life in patients with irritable bowel syndrome: A systematic review and meta-analysis. PLoS One. 2025 Feb 13;20(2):e0314678. doi: 10.1371/journal.pone.0314678. PMID: 39946356; PMCID: PMC11824959.
Bildnachweis:
Depositphotos/AGTCM

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hardy(at)agtcm.de
Heilpraktikerin
Erweiterter Vorstand Medizinische Wissenschaft
Schifferstr. 59
60594 Frankfurt
Dr. phil. Anne Hardy betreut im erweiterten Vorstand der AGTCM den Bereich „Medizinische Wissenschaft“. Die studierte Physikerin und promovierte Medizinhistorikerin arbeitete als freie Journalistin, bevor sie zur Chinesischen Medizin fand. In ihrer Praxis in Frankfurt am Main behandelt sie vor allem gynäkologische Beschwerden und Paare mit unerfülltem Kinderwunsch.
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