ETCMA‑Umfrage „Wer praktiziert TCM in Europa?“ – Erste Ergebnisse zur Umfrage

Ende letzten Jahres waren TCM-Therapeut:innen europaweit aufgerufen, an einer Umfrage zur Situation der TCM in Europa teilzunehmen. Erstmals sollten damit fundierte Daten über die Praxis der Traditionellen Chinesischen Medizin in Europa gewonnen werden. 

Die AGTCM konnte bereits vorab die Daten der deutschsprachigen Teilnehmenden auswerten. Hier eine Zusammenfassung (Stand: 11.2.2026).

336 Teilnehmer:innen aus dem deutschsprachigen Raum

Es wurden insgesamt 336 Fragebögen aus dem deutschsprachigen Raum ausgewertet. Nahezu alle Teilnehmer:innen der ETCMA‑Umfrage sind aktuell als Akupunkteur:in oder TCM‑Therapeut:in tätig (96,1 %) und arbeiten überwiegend in eigener Praxis. Die größte Altersgruppe liegt zwischen 51 und 60 Jahren, auffällig ist zudem der hohe Frauenanteil von rund drei Vierteln – TCM ist klar ein weiblich geprägter Beruf.

Mehr als die Hälfte der Befragten verfügt über einen Hochschulabschluss, überwiegend aus medizinischen und gesundheitsnahen Fachrichtungen wie Medizin, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Pflege oder Public Health. Rund 72 % sind bereits Mitglied eines TCM‑ oder Akupunkturverbands, sie unterstützen damit auch berufspolitisch die Weiterentwicklung der TCM.

Methoden und Schwerpunkte in der Praxis

Akupunktur bildet das Herzstück der täglichen Arbeit: Nahezu alle Umfrageteilnehmer:innen setzen klassische Körperakupunktur ein. Häufig ergänzend genutzt werden chinesische Kräuter, Ohrakupunktur, Schröpfen, Gua Sha, Moxibustion sowie verschiedene Bewegungs‑ und Entspannungsverfahren. Viele Therapeut:innen kombinieren zudem westliche Phytotherapie und weitere manuelle oder apparative Verfahren, was auf ein breites, integratives Behandlungsspektrum hinweist.

Rund 41 % der Befragten haben sich auf bestimmte Indikationen spezialisiert. Im Vordergrund stehen Beschwerden des Muskel‑ und Skelettsystems sowie Schmerztherapie, gefolgt von Gynäkologie, Schwangerschaft und Geburt, Fertilität sowie psychosomatischen und psychiatrischen Erkrankungen. Onkologische Begleitbehandlung und Pädiatrie werden ebenfalls regelmäßig genannt.

Arbeitsrealität, Einkommen und Rahmenbedingungen

Für die große Mehrheit ist Akupunktur/TCM die hauptsächliche berufliche Tätigkeit und wichtigste Einnahmequelle. Etwa drei Fünftel praktizieren in Vollzeit, zwei Fünftel in Teilzeit; die meisten führen zwischen 11 und 40 Behandlungen pro Woche durch. Über die letzten fünf Jahre berichten viele Kolleg:innen von einem Einkommensanstieg, während nur eine Minderheit von Verschlechterungen ausgeht. Fast alle verfügen über eine Berufshaftpflichtversicherung, und in der großen Mehrheit der Fälle fallen auf TCM‑Leistungen keine Mehrwertsteuern an.

Abbildung 1 – Wie viele Behandlungen führen Sie pro Woche aus?

Ausbildung, Qualifikation und Fortbildung

Die befragten Therapeut:innen weisen sehr unterschiedliche Ausbildungsumfänge in Akupunktur/TCM auf – von unter 350 bis über 2500 Unterrichtsstunden. Ein relevanter Anteil hat mehr als 1500 Stunden Ausbildung absolviert. Über 90 % haben ihre Grundausbildung im eigenen Land abgeschlossen, nur wenige im Ausland, vor allem in China. Die große Mehrzahl fühlt sich nach Abschluss der Ausbildung gut auf die Praxis vorbereitet. Fortbildung besitzt einen sehr hohen Stellenwert: Nahezu alle halten kontinuierliche Weiterbildung für wichtig und besuchen regelmäßig Kongresse, Seminare oder spezielle Trainings. Etwa ein Drittel nimmt an weniger als drei Fortbildungen pro Jahr teil, rund die Hälfte an drei bis fünf Veranstaltungen, ein weiterer Teil an noch mehr. Hier zeigt sich eine stark ausgeprägte Weiterbildungsorientierung und Professionalität in der TCM‑Community.

Abbildung 2 – Wie viele direkte Kontaktstunden Ausbildung Akupunktur /TCM haben Sie erhalten?

Digitalisierung und Rolle der AGTCM

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz ist in der TCM‑Praxis derzeit noch die Ausnahme. Wo KI genutzt wird, dann vor allem zur Unterstützung von Diagnostik, Behandlungsplanung und Recherche, seltener für Organisation oder Abrechnung. Insgesamt befindet sich KI klar im Erprobungsstadium und ist noch kein fester Bestandteil des Praxisalltags.

Die Rückmeldungen zeigen, dass viele Therapeut:innen in Berufs‑ und Fachverbänden organisiert sind, zugleich aber den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit, Service und klaren Qualitätsstandards äußern. Hier wird für die AGTCM eine wichtige Chance sichtbar: ihr Profil als starke, praxisnahe und gut vernetzte Vertretung weiter zu schärfen – für eine qualitätsgesicherte, gut verankerte TCM‑Versorgung in Europa.

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