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Meditation

Vegetarische Ernährung aus Sicht der TCM

Silke Burkart Mitglied 01.02.2008 13:11

Aus Sicht der westlichen Medizin und Ernährungswissenschaften wird einem Vegetarier meist ein Eisenmangel und somit Defizite im Blutbild prophezeit.
In der TCM wird m.M.n. Fleisch als yang eingestuft, d.h. wärmend, bewegend, aufsteigend.
Welche Nahrungsmittel rät die TCM einem Vegetarier?

Frontend: 00000000153.jpg Silja Thiemann ModeratorMitglied 01.02.2008 15:02

Hallo Silke,

ganz allgemein rate ich in der Praxis zu hochwertigen Eiweiss-haltigen Lebensmitteln, z.B. Hülsenfrüchte. Da aber viele Menschen mit ihnen wenig anfangen können (bzw. Erbsen/Linsen nur von Aldi aus der Dose kennen) ist es wichtig, Ideen und Rezepthinweise zu geben. Ausserdem sollte man sich erst mal in kleinen Portionen regelmässig herantasten, z.B. einige Bohnen in einem Gemüseeintopf mitkochen, einige gekochte Linsen über einen Salat streuen. Dann kann sich der Verdauungstrakt an diese Hülsenfrüchte gewöhnen, ohne gleich mit massiven Blähungen zu reagieren.

Dann fallen mir spontan Walnuss-Kerne ein. Die kann man morgens mit in den Frühstücksbrei geben, beim Brotbacken mitzugeben, angeröstet über Salate streuen, sie schmecken lecker im Rotkohl, als Füllung z.B. in Bratäpfeln und nicht zu vergessen im Engadiner Nusskuchen...
Auch schwarzer Sesam und Pinienkerne können vielen Mahlzeiten beigegeben werden.

Ansonsten ist für Vegis sehr wichtig, dass sie ausreichend warm essen. Zum einen verstehe ich darunter "warme Speisen" im allg. üblichen Sprachgebrauch, denn viele Vegis neigen zu einem Übermass an Rohkost. (Der Magen, der Minister für Rotten und Reifen arbeitet wie ein Komposthaufen, ist die Temperatur zu niedrig, dann findet statt der gesunden Fermentation nur Faulige Gärung statt.) Gerade im Winter sollte daher Rohkost den geringsten Anteil ausmachen, Obst und Gemüse sollte zumindest leicht angedünstet, pfannengerührt etc werden. Aber auch die Auswahl der Nahrungsmittel sollte unter dem Gesichtspunkt erfolgen, dass die gewählten Lebensmittel unabhängig von ihrer Verzehrtemperatur energetisch wärmend im Körper wirken.

Soweit meine spontanen Ideen,
aber bestimmt fällt dem ein oder anderen Kollegen noch mehr dazu ein...

Viele Grüsse, Silja

Silke Burkart Mitglied 07.02.2008 19:57

Hallo Silja,
danke für die prompte Antwort.
Fleisch wird ja als "yang" eingestuft, also wärmend, bewegend etc. Nun gibt es ja auch Gewürze, die sehr yang sind, z.B. Zimt, Nelken, knoblauch, Ingwer. Ist es theoretisch möglich das yang des Fleisches durch die Verwendung solcher Gewürze zu ersetzen? Theoretisch meine ich ja, aber praktisch scheint mir das schwierig, denn Fleisch ist doch viel "materieller", während Gewürze so wenig Substanz haben. Wo ist denn der Unterschied zwischen dem "yang" des Fleisches und dem "yang" von Gewürzen?

Frontend: 00000000115.JPG Christiane ModeratorMitglied 19.02.2008 18:50

Zitat von Silke: Hallo Silja,
danke für die prompte Antwort.
Fleisch wird ja als "yang" eingestuft, also wärmend, bewegend etc. Nun gibt es ja auch Gewürze, die sehr yang sind, z.B. Zimt, Nelken, knoblauch, Ingwer. Ist es theoretisch möglich das yang des Fleisches durch die Verwendung solcher Gewürze zu ersetzen? Theoretisch meine ich ja, aber praktisch scheint mir das schwierig, denn Fleisch ist doch viel "materieller", während Gewürze so wenig Substanz haben. Wo ist denn der Unterschied zwischen dem "yang" des Fleisches und dem "yang" von Gewürzen?

Man kann die Wirkung von Fleisch nicht durch scharf-heiße Gewürze ersetzen. Wie schon richtig vermutet wurde, fehlt den Gewürzen die materielle Basis. Das bedeutet unter anderem, dass einem von scharf gewürztem Essen zwar warm wird, diese Wirkung aber nicht lange anhält. Fleisch ist ja nicht nur yangig sondern auch nährend, was die Gewürze auf keinen Fall sind. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Magen heiß wird, wenn ständig scharfe Gewürze verwendet werden. Um anhaltend Wärme in den Organismus zu bringen, würde ich Kraftsuppen empfehlen. Dazu wird zum Beispiel Gemüse (Karotten, Lauch, Zwiebel, Kürbis, Fenchel) mit etwas Öl, viel Wasser, Gewürzen (Ingwer, Pfeffer, Senfkörner, Kümmel, Thymian, Bockshornkleesamen), etwas Salz und einem Glas Weißwein einige Stunden gekocht. Die Brühe, die nach dem Abseihen des ausgekochten Gemüses übrig bleibt kann dann als Basis für Suppen und Gemüsegerichte und zum Kochen von Reis usw. benutzt werden.

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