Inkomplette Querschnittslähmung mit Blasenlähmung nach Fraktur BWK12.
Guten Tag.
Ich melde mich als Patient und hoffe hier auf eine kompetente Antwort.
Zu meiner Vorgeschichte: Im Januar 2008 erlitt ich bei einem Arbeitsunfall (Sturz aus 4m. Höhe) eine Fraktur BWK 12. Diagnose Querschnittslähmung motorisch komplett unterhalb L4, sensibel inkomplett unterhalb L4 mit neurogener Blasen- und Mastdarmleerungsstörung. Die medizinische Rehabilitation ist bis auf regelmäßige Krankengymnastik ( 3xwöchendlich) abgeschlossen. Bei den regelmäßig durchgeführten neurologischen Untersuchungen zeigt sich eine wenn auch geringe Besserung der neurologischen Störungen. Ich sprach meine Neurologin auf meine Blasenstörung an. Sie schlug mir eine Akupunkturbehandlung vor. Natürlich könne sie mir keine Garantie auf eine Besserung geben, die Erfahrung hätten allerdings gezeigt, das es positive Veränderungen in vergleichbaren Fällen gegeben habe. Da mein Kostenträger (Berufsgenossenschaft) die Kosten für eine Akupunkturbehandlung leider nicht übernimmt und meine finanzielle Lage keine "Experimente" zulassen, die Kosten würden 300-500€ betragen.
Ich suche nun hier unter vielen Fachleuten einen Rat, der mir die Entscheidung leichter macht.
Ich danke schon im voraus für die Mühen .
Michael Kunze
PS: Ich bin auch dankbar für Anschrifen von geeigneten Therapeuten im Raum Düsseldorf
Silja Thiemann
ModeratorHallo, Herr Kunze,
wir sind hier natürlich alle keine neutralen Berater, sondern wir beschäftigen uns aus Überzeugung und Begeisterung mit Chinesischer Medizin. Daher kann unsere Antwort immer nur lauten: Ja, probieren Sie Chin. Medizin/Akupunktur in jedem Falle aus. Eine Heilungsgarantie kann Ihnen keiner geben. Aber wir können Ihnen einfach unsere Erfahrungen zur Verfügung stellen mit einer Medizin, die vergleichsweise sanft und nebenwirkungsfrei ist, dennoch sehr wirksam.
Ich selbst habe bis vor kurzem eine Patientin betreut, die sich bei einem Sportunfall 2 Lendenwirbel zertrümmert hatte. Sie rief mich direkt aus der Klinik an, so dass wir bereits parallel zur Chirurgie die Behandlung beginnen konnten. In ihrem Falle blieben keine einschränkenden Schäden zurück, die Wirbel haben sich toll stabilisiert und verknöchert. Jeder Fall ist anders und einzigartig. Und manche Patienten empfinden allein eine Stabilisierung der psychischen Befindlichkeit schon als einen Riesenschritt, auch wenn nicht jede Behandlung körperlich ein voller Erfolg werden kann.
Kollegen aus Düsseldorf finden Sie unter:
http://www.agtcm.de/patienten/therapeute...
Nehmen Sie einfach Kontakt auf, schauen Sie, wer Ihnen am hilfreichsten erscheint, zu wem Sie Vertrauen aufbauen können. Mein Rat ist auch, möglichst direkt zu beginnen. Je länger die Ursache zurück liegt, desto mühsamer wird es oft, wieder Bewegung hineinzubringen. Wenn das Finanzielle keine einschränkende Rolle spielt, werden die meisten Akupunkteure mit 1-2 Behandlungen/Woche beginnen. Aber auch Behandlungen im 2-3-wöchigem Rhythmus, evt. in Verbindung mit Hausaufgaben und Medikamentation, machen durchaus Sinn. Sprechen Sie das einfach offen mit den Kollegen an...
Viel Erfolg und Gute Besserung wünscht Ihnen,
Silja Thiemann
Lieber Herr Kunze,
ich möche mich den Ausführungen der Kollegin Thiemann unbedingt anschließen und Sie ermutigen.
Desweiteren würde mich interessieren, mit welcher Begründung Ihr Kostenträger die Kostenübernahme einer Akupunkturbehandlung abgelehnt hat. Diese Ablehnung erscheint mir vorschnell, nicht nachvollziehbar und sollte nicht ohne weiteres von Ihnen akzeptiert werden.
Aus eigener bzw. der Erfahrung einer meiner Patienten, der ein ähnliches Trauma wie Sie erlebt hat (auch hier im Forum nachzulesen), kann ich berichten, dass es sich lohnt, hier hartnäckig zu bleiben. Der Rat meines Patienten war, sich hierbei unbedingt die Unterstützung eines erfahrenen Anwaltes zu holen, um Ihre Interessen zu vertreten. Aus Kostengründen werden wohl seitens der BG öfter alternative Therapieansätze abgelehnt. Aus denselbigen allerdings macht es Sinn, auch und besonders für die BG, diese zu genehmigen.
Wenn Sie einen Unfallarzt oder die Neurologin auf Ihrer Seite haben, die gegenüber der BG die Akupunkturbehandlung befürworten, sollte es einfacher sein, positiven Bescheid zu erwirken.
Weiter viel Kraft und Unterstützung wünscht Ihnen
Gunda Harken
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