Sicca-Syndrom
Silja Thiemann
ModeratorZitat von intermed: Wer hat Erfahrung mit dem SiccaSyndrom am Auge? Angeblich is es heilbar insbesondere mit Akupunktur? Habe in der einschägigen Literatur nichts gefunden.
(durch Moderator hierher verschoben als neues Thema)
Silja Thiemann
ModeratorDas Sicca-Syndrom, die chron. Entzündung der Tränendrüsen mit Augenaustrocknung, ist chinesisch und schulmedizinisch ein Begleitsymptom. Zugrunde liegt aus schulmedizinischer Sicht häufig rheumatoide Erkrankungen, z.B. ein Sjögren-Syndrom, rheumatoide Arthritis, Kollagenosen, bis hin zu Hepatitis C.
Behandelt wird in der Chin. Medizin v.a. die Grunderkrankung (Ben, die Wurzel). Der Therapeut muss also sehr gründlich die Ursache der Trockenheit ermitteln, die in chinesischer Formulierung in sehr verschiedenen Syndromen liegen kann, Blut- bis zum Yin-Mangel, Feuer, bei Arthritiden und Kollagenosen durchaus auch massive Stagnationen.
Dort, wo ein Mangel an körperinternen Tränenflüssigkeit (yinje = Säfte) vorliegt, lässt sich das Auge wenig über Tränenfluss-fördernde Punkte befeuchten. Hier muss zuerst im Körper wieder feuchte Substanz gebildet werden. Das bedarf deutlich mehr Geduld, als das Lösen von Stagnation, wodurch der Tränenfluss wieder ermöglicht wird.
G. Kubiena, "Chinesische Syndrome verstehen und verwenden", Maudrich-Verlag, Wien,
sortiert die Conjunctivitis sicca sowohl
Leber-Blut-Mangel, Leber-Wind durch Le-Blut-Mangel,
als auch Nieren- und Leber-Yin-Mangel zu,
dazu auch Wind/Hitze oder Feuer v.a. der Holz-Leitbahnen.
Kubiena widmet den Augensymptomen einen eigenen Abschnitt. Dort wird auch betrachtet, welche Augensymptome treten bei dem Patienten dabei auf, hat er auch Augenschmerzen (evt. Hinweis auf Herz-Beteiligung), sind die ganzen Augen gerötet (pathogene Hitze), die Skleren gelb?
Die "Chance und Dauer zur Heilung" ist also von der Grunderkrankung bestimmt. Heilung wird in vielen Fällen nicht erreicht werden können, wohl aber in vielen Fällen eine deutliche Linderung. Dennoch kennen wir alle Fälle in der Praxis, in denen auch massive chronische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis nach oft erfolgloser allopathischer Medikation mit viel Geduld und konsequenter chin. Medizin ausgeheilt werden konnten. Bei diesen Erkrankungen gehört in der Regel allerdings viel Mitarbeit des Patienten dazu. Es reicht nicht, einfach über Wochen nur Kräuter zu nehmen, oder ein paar Wochen lang nur zur Akupunktur zu gehen. Hier muss meist mit einer Kombination aus konsequenter Behandlung, Veränderung der Lebensgewohnheiten (Ernährung, reglemässig ausreichend Ruhepausen, aber auch sanfte, regelmässige Bewegung) gearbeitet werden. Unter diesen Vorraussetzungen habe ich in der Tat einige Patienten erlebt, die mittlerweile auf ihre Augentropfen ganz verzichten können.
Hoffe das hilft weiter,
Gruss,
Silja Thiemann
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