Getreidefasten
Der Frühling kommt bald, und damit bei vielen auch wieder das Thema Fasten, Abnehmen, Energie bekommen, entschlacken etc.
Manche Patienten fragen nach einem Getreidefasten. Das finde ich sehr gut, aber ich würde ihnen gerne mehr dazu sagen können. Was meint ihr, nimmt man dafür nur congees? Oder genügt es wenn man einfach nur Reis kocht, wie eine Beilage?Was habt ihr für Erfahrungen, Rezepte?
Silja Thiemann
ModeratorFasten, im Sinne der Reduktion der Nahrung auf Einfachheit, ist zur Reinigung gelegentlich durchaus erwünscht. Zu vermeiden ist jedoch, dass der Körper ungenügend mit Energie versorgt wird. Fasten sollte sich nicht auf Kalorienreduktion und einseitige Diät beziehen. Fasten soll den Körper durch Schlichtheit entlasten, dennoch aber alles Lebensnotwendige zur Verfügung stellen. Gleichzeitig sollte dieses reinigende Fasten dennoch mit Aufnahme von frischem Qi verbunden sein.
Da beim strengen Fasten nicht mehr über den gewöhnlich-alltäglichen Weg der Nahrung das für die Körperfunktionen benötigte Qi zugeführt wird, sollte das Nähren des Organismus mit Qi von innen heraus durch meditative Übungen geschehen. Damit unterscheidet sich solch eine bewusste Fastenzeit, in der die Nährung nicht über den Körper, sondern über den Geist geschieht, deutlich von einer "Alltagsroutine mit Nahrungskarenz"!
Kohlenhydrate, also Getreide, auch vollwertiges, sollte immer nur Beilage sein. KH sind keineswegs zu verteufeln, jedoch immer gut auszubalancieren. Grundsätzlich gilt dies auch für eine Fastenmahlzeit, bzw. Schonkost. Daher kann man statt nur auf Kohlenhydratbasis zu arbeiten, das Getreide ideal mit Hülsenfrüchten mischen, die eine Entgiftung unterstützen. Ausserdem gibt es im Frühjahr frische Kräuter, die ebenfalls entgiftend wirken und die benötigten Vitamine zuführen. Reis ist das bestverdauliche Getreide, als Congee ohnehin in kleiner Menge gekocht in reichlich Wasser.
Als Frühjahrsfasten empfehle ich
über 3 Tage je morgens, mittags, abends:
2 EL Vollkorn-Basmatireis
2 EL Mungbohnen
0,5 Liter Wasser
1 hauchdünne Scheibe frischer Ingwer
Je 1 Msp. Kreuzkümmel, Curcuma, unraffiniertes Salz, evtl. Spirulina
1 EL frische Brennnesseltriebe (feingewiegt)
2 EL frische Petersilie (feingewiegt)
Zubereitung:
3 Portionen Basmatireis abends je im trockenen Topf anrösten,
mit 1 Portionen Mungbohnen
und 0,5 Liter Wasser über Nacht einweichen.
Morgens, mittags, abends je eine Portion davon aufkochen,
dann mit den Gewürzen über 1 Stunde köcheln lassen.
Während der letzten 5 Minuten Kochdauer frische Brennnesseltriebe mitköcheln lassen.
Vor dem Servieren Petersilie zugeben.
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