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Meditation

Piercings und Akupunktur

thorsten 17.02.2008 16:32

Ich habe seit recht langer Zeit ein Piercing in der Augenbraue. Kann es dadurch aus Sicht der Chinesischen Medizin zu Komplikationen kommen? Schlielich ist es ja wie eine Dauerakupunktur, oder?

Frontend: 00000000153.jpg Silja Thiemann ModeratorMitglied 25.02.2008 16:02

Nachdem sich in der Zwischenzeit noch kein Kollege geäussert hat, einfach mal meine Erfahrungen mit Piercings:

Wir arbeiten in der Akupunktur nicht nur mit Nadeln, die in die Haut gesetzt werden. Gerade in der sehr subtil manipulierenden japanischen Akupunktur werden Punkte, schmerzhafte Bereiche oder auch Leitbahnverläufe sanft z.B. mit einem stumpfen Metallstift (meist Edelstahl, versilbert, auch vergoldet) durch Reiben oder Entlangfahren behandelt. Allein diese Berührungen verändern die Pulsqualität auf der Leitbahn enorm, umso stärker, wenn nun die Haut durchstochen wird. Unterschiedliche Metalle haben hierbei übrigens auch unterschiedliche Effekte, daher wird manchmal ganz bewusst mit versilberter oder vergoldeter Nadel gearbeitet.

Ein Piercing wirkt daher wie eine Mega-Dauernadel. Je gezielter das Piercing auf einer Leitbahn oder sogar in einem Akupunkturpunkt sitzt, umso intensiver ist seine Wirkung.

Manchmal höre ich das Argument, derjenige suche sich sein Piercing auch gezielt für einen Punkt aus, an dem er wohl diese Stimulation brauche. In der Praxis konnte ich das allerdings noch nicht feststellen! Bisher gab es immer (!) einen Zusammenhang zwischen der Symptomatik, wegen der ein Patient in meine Praxis kam, und der Lokalisation des Piercings. Und die entscheidende Verbesserung der Erkrankung konnte in vielen Fällen erst erreicht werden, nachdem sich derjenige meist schweren Herzens doch irgendwann von seinem Schmuck getrennt hatte...

Am "übelsten" wirken sich Piercings im Bauchnabelbereich (sie schwächen die Mitte des Menschen, das Verdauungssystem, damit die gesamte Energieversorgung) aus, auch die durchstochenen Brustwarzen (hier ist direkt der erste Punkt der Pericard-Leitbahn, die Aufgabe des Pericards ist Bodyguard für den Herz-Kaiser) sind mir bisher als massivste Störfelder aufgefallen.

Daher hält sich meine Begeisterung für Piercings sehr in Grenzen...

Viele Grüsse,
Silja

thorsten 27.02.2008 11:42

Hallo Silja,

vielen Dank für die Antwort. Bisher hatte ich noch keine Probleme (aber vielleicht habe ich ja auch nur nicht gemerkt, dass es mit dem Piercing zu tun hat ;)). Wie schätzst du die "Gefahr" bei einem Augenbrauen-Piercing ein. Liegen dort irgendwelche Akupunktur-Punkte?

Viele Grüße
Thorsten

Silke Moderator 27.02.2008 17:54

Hallo Thorsten.

rund um das Auge liegen Punkte, die sich unter anderem auf die Sehkraft auswirken können.
Auf der Augenbraue liegen drei Punkte: Je einer am inneren und am seitlichen Ende und einer genau in der Mitte der Augenbraue.
Grundsätzlich muss das Piercing sich nicht unbedingt schlecht auswirken. Es kann jedoch ein Störfaktor sein, ohne dass Du ihn bemerkst, denn solange Dein Körper insgesamt genug Energie hat, geht ein Störfaktor gewissermaßen unter. Sinkt das Energieniveau insgesamt oder in einzelnen Körperbereichen, tritt er in Erscheinung; im Falle eines Piercings evtl. als Druck, Ziehen oder Schmerz. Auch wenn Probleme mit den Augen oder Kopfschmerzen auftreten, sollte das Piercing berücksichtigt werden.

Helli Mitglied 27.01.2009 20:14

Zitat von Silke: Hallo Thorsten.

rund um das Auge liegen Punkte, die sich unter anderem auf die Sehkraft auswirken können.
Auf der Augenbraue liegen drei Punkte: Je einer am inneren und am seitlichen Ende und einer genau in der Mitte der Augenbraue.
Grundsätzlich muss das Piercing sich nicht unbedingt schlecht auswirken. Es kann jedoch ein Störfaktor sein, ohne dass Du ihn bemerkst, denn solange Dein Körper insgesamt genug Energie hat, geht ein Störfaktor gewissermaßen unter. Sinkt das Energieniveau insgesamt oder in einzelnen Körperbereichen, tritt er in Erscheinung; im Falle eines Piercings evtl. als Druck, Ziehen oder Schmerz. Auch wenn Probleme mit den Augen oder Kopfschmerzen auftreten, sollte das Piercing berücksichtigt werden.

Julian 19.02.2009 22:59

Hallo zusammen!

Ich habe eine ähnliche Frage und schließe mich deshalb hier an.
Augenbrauenpiercings hab ich zwar keine, aber ich denke schon länger darüber nach mir eins am Ohr stechen zu lassen. Ganz oben am Knorpel, das nennt sich dann Helix Piecring.
Nun kenne ich mich mit Akupunktur und dem dahinterstehnden System nicht aus, aber habe mir mal grob einige Übersichten vom Ohr und seinen Punkten angeschaut, die ich über Google gefunden hab,
und es sah so aus als wären dort keine bzw. keine relevanten.
Kann jemand, der sich besser damit auskennt als ich das bestätigen?

Vielen Dank
Julian

Frontend: 00000000153.jpg Silja Thiemann ModeratorMitglied 21.04.2009 10:44

Hallo Julian,

auch ganz oben am Knorpel befinden sich Reflexzonen. Diese stehen in Zusammenhang mit Allergien (nach Nogier), bzw. Tonsillen, Blinddarm, evt. auch der Leber-Energie (chin. Ohraku). Wie immer in der Akupunktur sind die kartographierten Punkte eher als Punkte zu sehen, in deren Region die Wahrscheinlichkeit am grössten ist, den aktiven Punkt zu lokalisieren. Vorsicht v.a. mit Bereichen, die auf Druck empfindlich sind, diese Bereiche sind bereits gestört.

Viele Grüsse, Silja

WildCurly 09.06.2009 16:59

Hallo!

Ich bin grade auf dieses Forum gestoßen und habe auch gleich eine Frage dazu:
Wie verhält es sich mit Zungenpiercings?
Wer kann mir dazu etwas sagen? Ist der Punkt auch ein Akupunkturpunkt? Können auch hierdurch Beschwerden entstehen? Wenn ja welche?

Vielen Dank,
WildCurly

Frontend: 00000000153.jpg Silja Thiemann ModeratorMitglied 25.06.2009 13:56

Hallo WildCurly,

für die Chin. Medizin ist die Zunge ein wichtiger Spiegel des Zustandes des ganzen Körpers. Daher beschäftigen wir uns intensiv mit der sog. Zungendiagnostik.

Unsere Lebenskraft erhalten wir zur einem grossen Teil aus der Nahrung. Aus diesem Grund wird dem Verdauungssystem eine wichtige Bedeutung beigemessen, es wird auch als "Mitte des Menschen" bezeichnet, weil sich letzlich alles um eine effektive Nahrungs- und Informationsverarbeitung (Verdauung) dreht. Die Zunge unterstützt als Muskel und als Geschmackssensor die Verdauung, die ja bereits im Mund beginnt mit gutem Kauen, von der Zunge immer wieder zwischen die Zähne geschoben. Gleichzeitig ist ihr anzusehen, wie es dem Verdauungssystem eines Menschen geht, indem sich der Zungenbelag verändert, die Farbe, die Grösse, die Beschaffenheit der Zungenoberfläche.

Ausserdem öffnet sich das Herz in die Zunge.
Wir brauchen die Beweglichkeit der Zunge auch, um uns auszudrücken. Damit ist nicht nur die Sprache gemeint, sondern auch dass wir "das Herz auf der Zunge tragen". Das Herz ist mehr als nur ein Organ im Sinne des chinesischen Begriffes. Darin steckt vielmehr, dass das Herz unser Selbst enthält, unser wahres Ich, das uns zu einem ganz individuellen Menschen werden lässt, der seiner eigenen Bestimmung folgt. Dieses Selbst hat die Aufgabe, sein Potential, seine angeborenen Fähigkeiten im Laufe des Lebens bestmöglich zu entfalten. (Und das fällt uns allen ohnehin schon nicht ganz leicht. Aber Lebensaufgabe heisst es ja auch deshalb, weil wir an ihr ein ganzes Leben lang zu knapsen haben...)
Nicht umsonst zeigen sich seelische Störungen auch durch Störungen in der Artikulation, als Stottern, Nuscheln, "es verschlägt einem die Sprache" bis zur völligen Sprachlosigkeit.

Was nun Ursache und Wirkung ist, darüber lässt sich eher spekulieren - lässt sich jemand bewusst ein Piercing in die Zunge machen, weil er mit seelischen Schwierigkeiten kämpft, Probleme hat, dem Weg seines Herzens zu folgen gegenüber dem Druck von Aussen?

Wie auch immer, die zunge ist ein stark durchbluteter Muskel. Jeder, der sich schon einmal fies auf die Zunge gebissen hat, weiss, wie heftig sie blutet und wie langwierig und schmerzhaft Verletzungen der Zunge abheilen, auch wie sehr solch eine verletzte Stelle beim Sprechen und Essen stört.

Viele Grüsse,
Silja

San 19.07.2009 02:29

Hallo,

habe mich ebenfalls belesen und würde gern wissen wie es mit einen seitlichen
Lippenpiercing steht. Ich habe schon seit ca. einen Jahr einen in der rechten Unterlippe und bis her auch noch keine Probleme. Aber es würde mich trotzdem interessieren ob es irgendwelche Auswirkungen haben kann, z.B. auf Akupunktur.

Liebe Grüße

Sandra

Gefahr89 24.07.2010 21:34

Hallo alle miteinander,
Ich bin grade durch zufall auf das Forun gestpßen und auch mal direkt eine Frage dazu. Ich habe insgesamt 7 Ohrringe, was mir eigentlich keine Probleme bereitet. Seit Ostern habe ich in der linken Augenbraue ein Pie3rcing. Heute habe ich es mal wieder richtig sauber machen wollen. Jedes mal wenn ich mein Piercing komplett draußen hatte und es wieder raus machen wollte hab ich gesehen wie ich total blas werde, kalten Schweiß am kompletten Körper habe und mir mein Kreislauf kurz vorm zusammen klappen ist. Hat es damit was zu tun. Was liegen da oben für Nerven und Punkte? Hab ich da irgendwas das da dran Schuld sein könnte? Für eure Antwort bedanke ich mich schonmal im Vorraus.

Liebe Grüße

Alina

Frontend: 00000000153.jpg Silja Thiemann ModeratorMitglied 27.07.2010 19:40

Ein Piercing ist letztendlich nichts anderes als eine Dauernadel. Nur dass eine therapeutische Dauernadel sehr gezielt gesetzt wird, um das Energiesystem zu harmonisieren. Sobald das Ziel erreicht ist, wird sie wieder entfernt.

Das Piercing übt dagegen einen willkürlichen, dauerhaften Reiz oft über Jahre aus. Damit kann zum einen der Bereich, in dem es sich befindet direkt lokal überreizt werden. Das ist meist eine direkte Überreizung, die derjenige schnell merkt, z.B. mit lokaler Entzündung. Viel problematischer ist, dass über den Ort des Piercings Reize auf andere Bereiche des Organismus ausgeübt werden, deren Zusammenhang oft schwer erkennbar ist.

Alina beschreibt sehr anschaulich eine massive Überreizungn des vegetativen Nervensystems. Der Blasenmeridian, in dessen Einflussbereich die Augenbraue liegt, kann auch als "Minister für den Umgang mit den Körperreserven und Regulator des Nervensystems" umschrieben werden. Nicht immer sind die Zusammenhänge so einfach zu erkennen und zu erklären...

Kommt ein neuer Patient zu mir in die Praxis, versuche ich ihn vom Entfernen seiner Piercings zu überzeugen. Aufgrund der Symptomatiken sind bisher alle dazu bereit gewesen und haben deutlich gemerkt, dass es ihnen nicht gut getan hat. Keiner (!) hat sein Piercing wieder reingemacht...

MarloM 27.08.2010 18:32

hallo.
ich habe auch ein paar fragen.
also erstmal habe ich seit etwa 3 jahren ein helix piercing (ohrknorpel.
ich habe gehört dieser bereich hat eine verbindung zur bauch/magenregion und ich hbae einen sehr empfindlichen magen und bekomme sehr schnell und oft bauchschmerzen. könnte der piersing damit zu tun haben.

nun möchte ich mir auch ein anderes piercing anschaffen. einen stecker an linken nasenflügel.
könnt ihr mir auskunft über mögliche punkte dazu geben und auf welchen bereich sie sich auswirken?

vielen dank.

doerts 05.09.2010 16:11

Hallo,

ich habe seit ca. 4 Jahren ein Tragus-Piercing!
Welche Akupunkturpunkte könnten damit beschädigt worden sein, sprich, welche Auswirkungen kann dort eine "Dauernadel" haben

sabeth 10.12.2010 22:26

Hallo,
meine Tochter möchte sich gerne einen Nasenring stechen lassen.
Ich wollte mal wissen, ob in den Nasenflügeln auch wichtige Leitbahnen durchlaufen.
Wäre prima, wenn ich das noch vor Weihnachten wüsste.

Danke
Sabeth

Nils May 25.12.2010 16:00

Moin allerseits!
...so, das ist jetzt das erste Mal, daß ich mich hier auch an einer Diskussion beteillige!
KEINER von Euch, werte Kollegen, schreibt den um Rat Suchenden, daß alle Ausführungen, vor allem die von Silia Thiemann, letzlich nur auf vagen, u.U. durch subjektive Ansichten und Meinungen des Therapeuten beeinflussten Vermutungen beruhen!
Ich konnte bis jetzt keine wirklichen Zusammenhänge zwischen Piercings und Symptomatiken herstellen.
Da ich die Frage schon während meiner Akupunktur-Grundausbildung sehr interessant fand, fragte ich damals diverse DozentInnen: Ein paar waren der Ansicht, es würde ein Dauerreiz ausgeübt, eine meinte, der Punkt würde halt mit der Zeit etwas verlagert werden (diese These klingt meiner Meinung nach noch am ehesten plausibel) Aber woher soll man es auch klarer wissen können? Um wirklich etwas Klarheit in die Frage bringen zu können, wäre eine entsprechende, systematisch aufgebaute Studie notwendig: Beschwerdebilder der Probanden vor Einsetzen des Piercings, Veränderungen nach z.B. drei, vierzehn und sechzig Tagen unter Berücksichtigung aller sonstigen, Veränderungen auslösenden Faktoren usw.
Das wäre sehr interessant!
Aber solange eine solche Arbeit nicht geschehen ist, sträuben sich mir häufig die Haare bei diesen oder ähnlichen Diskussionen.
Auf dem letzten Kongress in Rothenburg führte ich (selber recht großflächig tättoowiert) eine Diskussion mit einer Kollegin, die felsenfest davon überzeugt war, wie schädlich im osteopathischen und chinesisch-medizinischen Sinne die "Farbpartikel" bei Tättoowiertenwären - auch da gilt die Frage: Woher bitte nimmt sie diese Gewissheit??
Durch systematische, also auf die ein oder andere Art wissenschaftlicher Beobachtung gewonnener Erkenntnisse werden ja vielleicht eines Tages wirklich kausale Zusammenhänge zwischen Body-Modifications und gesundheitlichen Symptomatiken aufgezeigt werden - aber bis dahin haltet Euch doch bitte mit Euren Ausführungen, insbesondere in Bezug auf unterstellte mögliche Psychodynamiken, zurück (oder macht wenigstens klar, daß es sich halt bei Euren Einschätzungen keineswegs um sichere Erkenntnissen, sondern halt - siehe Anfang meines Beitrages - nur um recht subjektive Einschätzungen handelt!)

In diesem Sinne,

Nils May

Nils May 25.12.2010 16:00

Moin allerseits!
...so, das ist jetzt das erste Mal, daß ich mich hier auch an einer Diskussion beteillige!
KEINER von Euch, werte Kollegen, schreibt den um Rat Suchenden, daß alle Ausführungen, vor allem die von Silia Thiemann, letzlich nur auf vagen, u.U. durch subjektive Ansichten und Meinungen des Therapeuten beeinflussten Vermutungen beruhen!
Ich konnte bis jetzt keine wirklichen Zusammenhänge zwischen Piercings und Symptomatiken herstellen.
Da ich die Frage schon während meiner Akupunktur-Grundausbildung sehr interessant fand, fragte ich damals diverse DozentInnen: Ein paar waren der Ansicht, es würde ein Dauerreiz ausgeübt, eine meinte, der Punkt würde halt mit der Zeit etwas verlagert werden (diese These klingt meiner Meinung nach noch am ehesten plausibel) Aber woher soll man es auch klarer wissen können? Um wirklich etwas Klarheit in die Frage bringen zu können, wäre eine entsprechende, systematisch aufgebaute Studie notwendig: Beschwerdebilder der Probanden vor Einsetzen des Piercings, Veränderungen nach z.B. drei, vierzehn und sechzig Tagen unter Berücksichtigung aller sonstigen, Veränderungen auslösenden Faktoren usw.
Das wäre sehr interessant!
Aber solange eine solche Arbeit nicht geschehen ist, sträuben sich mir häufig die Haare bei diesen oder ähnlichen Diskussionen.
Auf dem letzten Kongress in Rothenburg führte ich (selber recht großflächig tättoowiert) eine Diskussion mit einer Kollegin, die felsenfest davon überzeugt war, wie schädlich im osteopathischen und chinesisch-medizinischen Sinne die "Farbpartikel" bei Tättoowiertenwären - auch da gilt die Frage: Woher bitte nimmt sie diese Gewissheit??
Durch systematische, also auf die ein oder andere Art wissenschaftlicher Beobachtung gewonnener Erkenntnisse werden ja vielleicht eines Tages wirklich kausale Zusammenhänge zwischen Body-Modifications und gesundheitlichen Symptomatiken aufgezeigt werden - aber bis dahin haltet Euch doch bitte mit Euren Ausführungen, insbesondere in Bezug auf unterstellte mögliche Psychodynamiken, zurück (oder macht wenigstens klar, daß es sich halt bei Euren Einschätzungen keineswegs um sichere Erkenntnissen, sondern halt - siehe Anfang meines Beitrages - nur um recht subjektive Einschätzungen handelt!)

In diesem Sinne,

Nils May

Frontend: 00000000153.jpg Silja Thiemann ModeratorMitglied 08.01.2011 14:39

Hallo Nils,

herzlich willkommen mit Deinem Beitrag!
In diesem Forum geht ja gerade um Austausch zwischen Therapeuten und Patienten über Erfahrungen. Dabei dürfen und sollen durchaus auch persönliche Ideen oder Meinungen (sachlich) diskutiert werden. Meine Antworten beruhen konkret auf Beobachtungen aus der Praxis und sind keineswegs blosse Unterstellungen und ungeprüfte Vermutungen, wenngleich nicht über Studien belegbar. Das hat bisher aber auch keiner hier im Forum behauptet.

Wunderbar, dass Deine Beobachtung diese Diskussion ergänzt, dass subjektiv aus Deiner Erfahrung kein Zusammenhang zu beobachten war. In einem Punkt stimme ich ebenfalls zu, zwischen Tatowierung und Piercing scheint ein Unterschied zu bestehen. Hier konnte ich noch keinen Zusammenhang zu Symptomatiken beobachten.

Bisher gab es in meiner Praxis jedoch immer (!) einen Zusammenhang zwischen der Symptomatik, wegen der ein Patient in meine Praxis kam, und der Lokalisation des Piercings. (By the way: meine Praxis ist übrigens auf psychosomatische Therapie ausgerichtet.) Und die entscheidende Verbesserung der Erkrankung konnte in vielen Fällen erst erreicht werden, nachdem sich derjenige meist schweren Herzens doch irgendwann von seinem Schmuck getrennt hatte. Dabei handelte es sich bisher v.a. um Essstörungen und gastrointestinale Erkrankungen in Zusammenhang mit Nabelpiercings. Depressionen und Angststörungen waren mir in mehreren Fällen in Zusammenhang mit Zungen- und Brustwarzenpiercings aufgefallen. Nur eine Häufung von Einzelfällen? Vielleicht. Keine Frage, es gibt viele Menschen mit solchen Piercings, die nicht in Behandlung kommen.

Warum das so ist, darüber können wir nur Vermutungen anstellen und erst mal Erklärungsmodelle entwickeln. Der blosse Kontakt z.B. einer (stumpfen) Nadel auf einem Akupunkturpunkt führt zu einer deutlich fühlbaren Veränderung im Puls. Der Puls spiegelt die Energetik des Qi im Körpers wider. So funktioniert Akupunktur, das nutzen wir auch, um mit Dauernadeln längere Reize zu geben, damit sich die Körperenergetik reguliert. Manche Akupunkturstile nutzen unterschiedliche Nadelmaterialien, sogar auch um durch gezielte Unterschiede der Polarität den Qi-Fluss zu richten. Soweit gibt es sogar Untersuchungen, als Literatur ist "Manakas Quantensprung" sehr zu empfehlen. Er hat mit seinen Mitarbeitern sehr systematisch und wissenschaftlich Modelle formuliert und diese mit entsprechenden Versuchs-Set-Ups validiert.

Die Theorie - ein Piercing wirke analog wie eine Dauernadel ? - in Studien zu überprüfen, wäre ein nächster Schritt. Vorraussetzung dafür ist, dass man auf einen ausreichend grossen Patientenpool zurückgreifen kann. In den Praxen der meisten Kollegen beschränken sich die Erfahrungen wohl eher auf Einzelfälle, wobei durchaus auffällig ist, wenn diese wiederum Parallelen aufweisen...

Viele Grüsse,
Silja

Angee 17.08.2011 12:28

Hallo,

ich wollte mal wissen, wie sich das Ganze denn mit normalen Ohrlöchern verhält. Sind ja eigentlich auch nix anderes als ein Piercing. An den Ohren soll ja der Akupunkturpunkt für das Auge sein. Hat jemand schlechte Erfahrung mit Ohrlöchern/ Ohrringen diesbezüglich gemacht (ich meine die ganz einfachen Ohrlöcher in den Ohrläppchen)? Hat das langfristig negative Auswirkungen auf die Sehkraft? Oder kann so ein dauerhaftes Loch sich sonst irgendwie negativ aufs Nervensystem auswirken? Kann es Allergien auslösen oder verschlimmern (bin seit Jahren starker Allergiker)?
Bin dankbar für jede Antwort!
GlG
Angee

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